Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1159698
58 
Buch 
Christl. 
Alterthum. 
Spätrömiseher Styl. 
urtheilung jener Kunstepoche werden wir demnach im Folgen- 
den öfter mit Nachdruck auf solche wenn auch späte Werke 
hinweisen müssen, Welche mit WVahrscheinlichkeit als Copien 
oder Nachahmungen von Arbeiten des IV. Jahrhunderts zu 
betrachten sind. 
1. ä. 9. Mit der Anerkennung des Christenthumeg als 
Staatsreligion zog die Malerei in grosse Basiliken und pracht- 
volle Taufkirchen ein, um bald Wände, Altarnischen und 
Kuppeln mit dem erdenklichsten Glanze zu schmücken. Auch 
ausserhalb der biblischen Geschichte suchte sie sich jetzt in 
dem weiten Umkreise der IIeiligenWelt ihre Gegenstände und 
scheute sich selbst vor der Darstellung ausgezeichneter leben- 
der Personen nicht. Umständliche Inschriften, ornamentistisch 
angeordnet, erklärten jetzt den Sinn der Darstellungen, mögen 
auch in geringem Kirchen geradezu deren Stelle vertreten 
haben. m) 
2. Die Technik war Wie überall, so auch in Byzanz, als 
es zur „Stadt Constantins" umgeschafien worden, anfänglich 
die bisher für Wandmalereien übliche, in Wasserfarben oder 
in Enkaustik; während des vierten Jahrhunderts aber gewann 
in den Kirchen und bald auch in den Pallästen das bisher 
vorzugsweise für Fussböden in Anwendung gebrachte M0 saik 
die Überhand, und diesem Umstande allein verdanken wir 
es, dass eine Anzahl altchristlicher Gemälde ersten Ranges 
sich erhalten hat. 
3. Das Mosaik, d. h. die Zusammensetzung von Steinen, 
Thonwürfeln und (später) Glasflüssen verschiedener Farben 
zu Ornamenten und figürlichen Darstellungen nach den Ge- 
setzen der Malerei War eine Erfindung der prachtliebenden 
alexandrinischen Zeit, Während welcher die Verschwendung 
in Formen und Stoffen die griechische Kunst zu trüben an- 
fing. Als Schmuck der F ussböden begann das Mosaik (nach 
a") S. in Au gustfs "Beiträgen zur christlichen Kunstgesch." 1841, 
S. 147 11- f. den wichtigen Brief des Paulin von Nola.  Aehxxliches 
in Pallästen; vgl. Chron, salßryzißanuqn, cap. 37, (Pertz. monum, T. V_) 
über die Inschriften des Paul Diaconus im Pallast von Salerno.
        

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