Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1159543
Aelteste 
Symbole. 
43 
Leier, Symbol des Gottesdienstes.  Die Palme, Symbol 
des Sieges, wie bei den Heiden, womit hier aber vorzugs- 
weise der Sieg über den Tod gemeint war.  Die Garbe 
mit Trauben (auf Brot und Wein des Abendmahls bezüglich) 
u. a. m., Woran sich dann noch alttestamentliche Sinnbilder 
und Anspielungen anschlicssen, wie: der Hirsch an der Quelle, 
' Später, im Gegensatz des Lammes, Symbol der heidnischen, 
wie jenes der jüdischen Bekenner Christi), die eherne Schlange, 
die Bundeslade, der siebenarmige Leuchter, die Schlange im 
Paradies;  endlich das Kreuz in mehr oder minder reicher 
Zusammenstellung mit andern symbolischen Zeichen, mit 
Blumen und Krone, oder auf einem Berge stehend und 
darüber eine Taube, oder in einem Kranze angebracht. (Eine 
reichhaltige Reihe dieser Symbole in S. Alaollinare in Classe 
bei Ravenna, in den Bogenfüllungen.) 
ä. 4. Aber die Sitte des Alterthums verlangte eine be- 1, 
deutendere künstlerische Umgebung, als durch dies oder jenes 
schlichte Symbol gewahrt werden konnte. Nicht alle An- 
hänger des Christenthtlms waren aus so nicdereln Stande oder 
so hartnäckige Eiferer, dass ihnen die Kunst an sich gleich- 
gültig oder verhasst gewesen wäre; nicht alle Zeiten waren 
so voll Noth und Bedrückung, dass man nur auf die Glorie 
des  Bedacht. zu nehmen gehabt hätte. Auch 
War mit der Bekehrung zum Christenthtim keineswegs die 
"Nothwendigkeit. verknüpft, den gebildeten Lebensverhältnissen 
und den Bedürfnissen derselben zu entsagen. War somit 
durch jene einfachen, zunächst nur für dekorative Zwecke 
bestimmten Zeichen die Richtung angebahnt, wie man dem 
inneren Triebe zu genügen vermochte, ohne mit den Typen 
der heidnischen Darstellungsweise in eine missliehe Berührung 
zu gerathen, so konnte man im Verfolg dieser Richtung all- 
miihlig auch zu höheren und umfassenderen Kunstdarstellungen 
fortschreiten. 
Die heftige Scheu vor dem Bilderwesen des Heidenthums 
ging natürlich gleichen Schritt mit der Heftigkeit des Kampfes 
zwischen neuer und alter" Lehre. In Zeiten ruhigerer Be- 
frachtung musste man einsehen, dass die Sache doch auch
        

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