Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1159529
Symbolische 
Darsfellung 
Christi. 
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diesen Stab trug; die Keule, das Sinnbild der Stärke, war 
ursprünglich das Attribut des Herkules; die Greifen, die man 
so oft in der antiken Ornamentik angewandt findet, waren 
Ap0ll0 heilig und erinnerten an die Geheimnisse seiner Sen-i 
dung; das geheimnissvolle Symbol der Sphinx hielt die Kunde 
von der Oedipus-Mythe und allen Gräueln derselben leben- 
dig, u. s. w. Diese Sinnbilder konnte man nicht beibehal- 
ten, Ohne fort und fort. an die Mythen, die man verabscheute, 
erinnert zu werden. Aber man konnte andere an ihre Stelle 
setzen, die keinen Bezug auf die Mythen hatten, die im Ge- 
gentheil die Hingabe an die neue Lehre bezeichneten. Die 
orientalische Weise der Lehre durch Gleichnisse, die sich in 
der heiligen Schrift so häufig findet, gab hiezu vielfache Ver- 
anlassung; man entnahm Sinnbilder unmittelbar aus diesen 
biblischen Gleichnissen, man erfand andere in demselben 
Sinne, man behielt gelegentlich auch antike Sinnbilder bei, 
die keinen unmittelbaren Bezug auf die Mythe hatten und zu 
einer christlichen Umbildung wohl geeignet waren. S0 ent- 
stand ein grosser Kreis von Symbolen christlichen Inhalts, 
die den Gegenständen des täglichen Gebrauchs, auf denen 
man sie anbrachte, eine höhere WVeihe gaben und zugleich 
ein Erkennungszeichen für die Glieder der neuen Lehre 
Waren. Sie sind die ersten Versuche einer selbständig 
künstlerischen Thätigkeit im Sinne des Christenthums  Er- 
zeugnisse freier Uebereinkunft, nicht priesterlich vorgeschrie- 
bene Hieroglyphen. 
Zu diesen Symbolen gehören zunächst zwei einfache gra- 3- 
phische Zeichen, die als solche freilich dem Begriffe der 
Kunstform fast noch gar nicht unterliegen: das Kreuz und 
das Monogramm des Namens Christi. Das Kreuz 
galt schon seit frühester Zeit als Zeichen der Erlösung. Das 
Menegramm wurde aus den beiden ersten Buchstaben des 
griechisch geschriebenen Namens Christi (X und P) zusam- 
Inengesgfzt, in der Regel in dieser Form:  Das X erin- 
nerte hierbei schon von selbst an die Kreuzform; absichtlich 
und zur grösseren Vereinfachung des Zeichens gab man dem- 
selben daher auch gelegentlich die einfache Kreuzstellung
        

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