Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1159364
Franz 
Theodor 
Kugler. 
legenheiten der Bühne" (Berlin 1851) eine Reihe von frucht- 
baren reformatorischen Ideen, welche dem künstlerischen 
Sinne allerdings fühlbare, gewöhnlich aber übersehene Män- 
gel aufdecken und Verbesserungsvorschläge vom Standpunkte 
einer geläuterten Kimstanschaurlng und 3115 dem Bewusstsein 
der hohen Stellung der Bühne angeben. Kugler erörtert die 
Politische Wirkung der Bühne und spricht sich gegen die 
zwar amusanten, spannenden und leichtfliessenden, aber sitt- 
lich hohlen, ja verderbten französischen Intriguenstücke aus; 
er empfiehlt dagegen, das Verbot aufzugeben, nach welchem 
es verwehrt ist, die grossen Männer und Helden der Nation, 
sobald sie mit dem regierenden Königshause verwandt sind, 
auf die Bühne zu bringen. Ein anderer Aufsatz weist in sehr 
zutreffenden, „v0m Metier aus" gemachten Bemerkungen nach, 
wie die Aufführung der Shakspeareschen Dramen in künst- 
lerisch befriedigenderer Weise einzurichten wäre. Sehr prak- 
tische Vorsehläge enthält ein Aufsatz über die in Berlin trotz 
aller Protestation der berufenen Kunstrichter leider unterge- 
gangene Musik der Ouvertüren und Zvvischenacte beim reci- 
tirenden Drama. "Bemerkungen über Don Juan und Figaro", 
durch Feinheit und Wahrheit ausgezeichnet, gelten der Text- 
diehtung, und dringen auf eine gründliche Reform derselben 
bei unsern klassischen Lieblingsopern, während andere, na- 
mentlich bei Gelegenheit der "Jessonda" gemachte Wahrneh- 
mungen und daran geknüpfte Vorschläge sich auf die scenische 
und choregische Darstellung lyrischer Opern beziehen. 
Alle diese Verbesserungen, damals schon so nothwendig 
erachtet, sind es jetzt noch weit mehr, und man wird einst 
zu allen Reorganisationsplänen Kuglefs zurückkommen müs- 
sen. Sein Eifer in dieser Beziehung musste jedoch endlich 
erlahmen. Er hatte einen unverdrossenen Fleiss, aber zu viel 
Einsicht in die Lage der Dinge, um gegen eigensinnige Be- 
schränkung und Mangel an Entgegenkommen immer von 
Neuem anzukämpfen. Das Bessere schien ihm eine so natür- 
liche Berechtigung zur Existenz und Förderung, einen so tief 
begründeten Anspruch auf Anerkennung zu haben, dass 
er sich nicht entsehliessen konnte, immer auf's Neue Anwalt
        

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