Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163142
125. 
126. 
Altvenezianisohe 
Schule. 
403 
lichten Carnation, welche jedoch noch die den Byzantinern 
eigenen grünlichen Schatten beibehält; die Gesichter sind 
fein, aber nicht bedeutend.  Aehnlich auch ist das Bild des 6. 
Venetianers Niccola di Pietro (Gerini), welches sich 
in der Galerie Manfrini zu Venedig befand. Es ist eine Nia- 
donna mit dem Kinde und musicirenden Engelchen und nicht 
ohne Anmuth, besonders in der schlichten, fast sienesischen 
Gevvandung. Es bezeichnet das Kunstleben in einer reichen 
Handelsstadt, wenn der Maler selbst seine Wohnung anzeigt: 
„Im Jahre 1394 malte dieses Werk N icolaus, der Sohn Meister 
Peters des Malers in Venedig, Wohnhaft am Eingang der 
Paradiesbrücke." 
g. 126. Eine andere Richtung zeigt sich zu Venedig in 1. 
der ersten Hälfte des XV. Jahrhunderts. Eine eigenthüm- 
liche, hinschmelzende Weichheit, der es jedoch nichtan Ernst 
und Würde fehlt, geht durch die hieher gehörigen Bilder; 
die Gewandung ist in jenen langen weichen Linien, wie bei 
den Toskanern des XIV. Jahrhunderts geführt, die Farbe 
tief und durchsichtig, die Carnation ungemein weich und warm, 
fast wie ein Vorbild jener späteren Vorzüge der venezianischen 
Schule.  Schon in einem schönen Altarwerke des Michiel 2. 
Giambono, der zu jener Zeit in Venedig thätig war,  
es befindet sich in der dortigen Akademie und stellt einen 
Christus mit vier Heiligen dar,  tritt diese Richtung in 
voller Entschiedenheit hervor. Ebenso erscheint J acobello 3. 
de Flore, von dem u. a. eine mit der Jahrzahl 1434 be- 
zeichnete Madonna, (jedoch an sich kein bedeutendes Bild) 
in der Galerie Manfrini zu Venedig erhalten ist. 
Am Vollendetsten zeigt sich diese Richtung in den 4. 
Werken zweier gemeinschaftlich arbeitenden Künstler, des 
Giovanni und Antonio von Murano (einer der vene- 
tianisehen Inseln). Letzterer gehört zu der Familie der Vi- 
varini, deren wir in einem folgenden Abschnitte Wieder- 
begegnen wverden; ersterer scheint ein Deutscher gewesen zu 
sein, indem er sich mehrfach als Alamanus bezeichnet hat. 
Zwei treffliche Bilder dieser beiden Künstler befinden sich 
in der Gaderie der venetianiscllen Akademie. Das eine, vom 
26a
        

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