Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163136
402 
Buch II. 
Mittelalter. 
Italien. 
Gothischer Styl. 
der Schule zu Theil 
hundert erwiesen. 
werden 
sollte , 
hat 
erst 
das 
Jahr- 
2- Wir beginnen billig mit einem der wenigen Werke von 
monumentalen: Charakter, mit den Mosaiken der Capella 
San Isidoro in San Marco (am Ende des linken Quer- 
armes), welche gegen 1350 entstanden sind. Die Hauptzüge 
des gothischen Styles walten hier bereits fast ausschliesslich 
vor, aber sie sind nicht gepaart mit der poetischen Grösse 
noch mit der. feierlichen Schönheit der bessern Nachfolger 
Giottots, vielmehr zeigt sich bei fleissiger Ausführung eine 
empiindungslose und ungeschickte Conception. Weitere Be- 
lege für den damaligen Styl enthält die Gemäldesammlung 
3- der venetianischen Akademie. Hier sieht man ein grosses 
aus verschiedenen Tafeln bestehendes Altarwerk, Maria 
Krönung zwischen 14 Scenen der heiligen Geschichte, welches 
(mit Ausnahme des späteren Mittelbildes) dem Niccolö 
Semitecolo, einem Künstler, der um die Mitte des XIV. 
Jahrhunderts blühte, zugeschrieben wird. In diesem Werke 
ist noch wenig von der allgemeinen Richtung der Zeit zu 
bemerken; am meisten gleicht es den Arbeiten des Duccio, 
ohne jedoch deren Trefllichkeit zu erreichen; die Goldschraffi- 
rungen, der olivenbraune Teint und manche einzelne Motive 
4- sind noch direkt byzantinisch.  Mehr den Uebergang bezeich- 
nend ist ein anderes Altarwerk, dessen Mittelbild ebenfalls die 
Krönung der Maria darstellt, von Lorenzo Veneziano, 
und, der Inschrift zufolge, vom Jahre 1357 oder 1367. Bei 
grosser Strenge des Styles haben die Köpfe einen schönen, 
sanften Ausdruck und die Gewandung fällt in runden, weichen 
lilalten. Einzelnes erinnert schon an eine unmittelbare Ein- 
5. Wirkung von Seiten der toskanischen Schule.  Ein drittes, 
früher dem Michele Onoria, jetzt dem Michele di 
Matteo (Lambertini) da, Bologna zugeschriebenes 
Altarwerk, welches in der Mitte die Madonna, und Heilige 
zu ihren Seiten, oben den Gekreuzigten und die Evangelisten, 
unten Geschichten der heiligen Helene enthält, Zeigt bereits 
einen Weiteren Fortschritt. Dies ist noch mehr im Charakter 
der Zeit, mit zierlichen Falten der Gewandung und einer
        

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