Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163009
118. 
Oberitalien. 
Modena und Padua. 
389 
Mezzaratta; von letzterm rührt u. a. das Altarbild dieser 
Kirche (1380) her, eine Madonna, welche die Gläubigen unter 
ihrem Mantel schützt. 
Hier müssen wir auch des bei Anlass der Prager Schule12. 
erwähnten Thomas von M utina (Modena) gedenken, wel- 
cher um 1357 für Kaiser Carl IV. in der Burg Karlstein 
arbeitete. In der dortigen Kreuzkapelle sieht man von seiner 
Hand zwei Tafeln, deren eine ein sehr beschädigtes Eccehomo 
mit kleinen Figuren in der Umrahmung enthält. Die andere 
stellt eine Madonna, ebenfalls mit kleinern Figuren dar, eine 
Gestalt von eigenthümlich grossartiger Auffassung, an die 
alten Bologneser erinnernd, mit einem gewissen Anklang an 
die sienesische Formenbildting.  Ein anderes sicheres Bild 13. 
(mit Namensunterschrift) in der k. k. Galerie des Belvedere 
zu Wien, stellt, in halben Figuren, eine Madonna mit dem 
Kinde und zwei ritterliche Heilige zu ihren Seiten dar. Auch 
hier dürfte der Ausdruck in den Köpfen etwa mit dem Vi- 
tale von Bologna zu vergleichen sein.  Mit WVahrschein-M. 
lichkeit kann man dem Thomas ein Bild in der Altarnische 
der Katharinenkapelle auf Karlstein, Madonna zwischen Kai- 
ser und Kaiserin, zuschreiben, ein Bild von grosser Anmuth, 
namentlich in der Hauptfigur, deren Kopf sich wieder mehr 
dem sienesischen Charakter zuneigt.  Eine sehr sorgfältigtö. 
ausgeführte Vera Icon von mildem Ausdruck, im Dom zu 
Prag, wird ebenfalls für ein Werk dieses Malers ausgegebenf). 
 Ungleich bedeutender ist, nach neuern Forschungen, der16. 
gleichzeitige B arnab a von M0 d ena, von Welchem eine Ma- 
donna mit dem Kinde, datirt 1367, im StädeYschen Institut 
zu Frankfurt a, M. sich beündet. Das Bild ist ein merk- 
würdiger Versuch, die byzantinische Behandlungsweise sammt 
Oliventeint und Goldlichtern mit der grossartigern und freiern 
Auffässung des XIV. Jahrhunderts in Einklang zu bringenm"). 
 Ueber Beide (und angebl. Werke in Italien) vergl. Crowe u 
Cavalcaselle II, 218 ü".  
w) Proben von Werken beider Maler bei D'Agincourt a, a Q 
Taf. 133. Ob die 40 Frescoüguren des Thomas im Kapitelsaal. de;
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.