Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162957
.384 
Buch II. 
Mittelalter. 
Italien. 
Gothischer Styl. 
117. 
Liebenswürdigkeit auch auf dem Gebiet der halb genrehniten 
Geschiehtsmalerei, welche hier mit grösster Naivetät und in 
miniaturartiger Zierlichkeit gehandhabt ist.. Die liebevolle 
Behandlung auch der Nebensachen, namentlich der architek- 
tonischen Durehblicke, erinnert. beinahe an flandrisehe Ar- 
vß. beiten.  Eine höchst liebreizende Madonna auf dem Thron, 
von Engeln umgeben, Endet. sich im StädePsehen Institut zu 
'7. Frankfurt a. M.  In der Sakristei von S. Maria Novella in 
Florenz werden drei Reliquiarien mit vorzüglichen Malereien 
von Fiesolels Hand aufbewahrt, welche Christi Geburt, Maria 
8. Krönung und die Glorie der Maria darstellen.  Theile einer 
Altarstafiiel fanden sich in der Sammlung des verstorbenen 
preuss. Consuls in Rom, Herrn Valentini, anderer kleiner 
Bilder, Welche über ganz Europa zerstreut sind, zu geschwei- 
.9_ gen.  Auch das jüngste Gericht hat Fiesole mehrmals be- 
handelt, am vollständigsten in demjenigen Bilde, Welches jetzt 
der iiorentinisehen Akademie angehört. Christus mit erhobe- 
ner Rechten und gesenkter Linken thront in einem Kranze 
der schönsten Engel; auch die Seligen (unten) sind voll des 
tiefsten und wunderbarsten Ausdruckes, während die Ver- 
dammten schon in die Grimasse übergehen. Das Paradies 
ist ein anmuthiger Tanz von Engeln und Seligen auf einer 
grünen WViese; bei der Hölle dagegen ist Fiesole dem K0- 
110.1nisehen anheimgefallen.  Ein anderes jüngstes Gericht, 
dessen Seitentafeln die Himmelfahrt und die Ausgiesstlng des 
heil. Geistes enthalten, findet sich in der Galerie Corsini zu 
Rom; auch hier zeigt sich ein grosser Reichthum an Aus- 
druck und vvürdiger_ Gewandung; der Jubel der Geretteten 
spricht sich durch Umarmungen und Dankgebete aus. Merk- 
würdig und für den Maler bezeichnend ist, dass die Verdamm- 
JLten hier ausschliesslich Mönche sind.  Eine dritte höchst 
gerühmte Darstellung desselben Gegenstandes, sonst in der 
Galerie des Cardinals Feseh in Rom, gehört jetzt dem Lord 
12. Ward; eine vierte von grösserer Dimension und nur ge- 
ringern Theils von Fiesolds Hand, bESifZC das Berliner 
Museum. 
13.  Zu den Bildern von grösserem Massstabe gehört eine
        

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