Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162913
380 
Buch II. 
Mittelalter. 
Italien. 
Gothischer Styl. 
116. 
Jahre 1414, ist eine Altartafel in der Badia (Abtei) von Ccr- 
reto unweit Certaldo  Es ist eine Krönung der hlaria, um- 
geben von Engeln und von mehrern Reihen knieender Hei- 
ligen auf Goldgrund; die Altarstaffel enthält eine Anbetung 
der Hirten und der Könige und zu beiden Seiten Thaten des 
heil. Benedict. Die Ausführung ist höchst sorgfältig, die 
Itlarbe klar und harmonisch, das Nackte dagegen sehr man- 
gelhaft und die Gewandung flüchtig und conventionell. In 
den Bildern der Altarstaffel erinnert Manches an Taddeo- 
Gaddi und an Spinello; auch zeigt sich hier, z. B. in dem 
landschaftlichen Hintergrund und in der mehr nüchternen, 
der Wirklichkeit gemässen Auffassung schon mehr ein Ein- 
gehen auf die Behandlungsweise des XV. Jahrhunderts, wäh- 
rend das Hauptbild noch die alte, feierliche Anordnung der 
3. Idealisten beibehält.  Eine Verkündigung in S. Trinita zu 
Florenz (Cap. Bartolini) giebt zwar. nur eine damals vielver- 
breitete und fast typisch gewordene Composition wieder, über- 
trifft aber im zarten und milden Ausdruck der Köpfe und 
in liebevoller Ausführung alle andern Exemplare derselben. 
Die Darstellungen der Altarstaffiel sind in Auffassung und 
4- Inhalt den obigen verwandt.  Ünbedeutender ist eine Kreuz- 
abnahme in der üorentinischen Akademie, u. a. Bilder mehr. 
5- WVenn nun Lorenzo bei einem offenbaren Streben nach 
dem Ausdruck des Religiösen, des Verklärten doch die neue 
Richtung des XV. Jahrhunderts nicht völlig abWies und z, B_ 
in den erwähnten Altarstaffeln auf das Isläusliche, irdisch Ge- 
müthliche ausging, so offenbart sich ein rein ideales Streben 
bei seinem etwas jüngern Zeitgenossen, dem Dominikaner- 
mönch Beate Fra Giovanni Angelico da Fiesole, 
geb. um 1387, gest. 1455. Ueber seine Bildung ist nichts. 
näheres bekannt, nur scheint Lorenzo einigen Einfluss auf 
ihn geübt zu haben; auch lassen gewisse Eigenthümlichkeiten 
der Technik, namentlich die grünliche Untermalung der Car. 
nation, mit grosser Wahrscheinlichkeit einen unmittelbaren 
Einfluss der sienesischen Schule vermuthen. 
82 (Aufsatz von Gaye, über Lorenzo). 
Vgl. Kunstblatt 1840, N0.
        

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