Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162906
116. 
Taddeo und Domenico di Bartolo, Don Lorenzo. 
379 
gen jedoch schritt die dortige Kunst während dieses Zeit- 
raumes auffallend zurück; fast alle Arbeiten dieser Zeit tra- 
gen den Stempel einer grossen Mattigkeit und Schwäche. 
Es ist dasselbe Phänomen, welches sich in der spätern Zeit 
der Schule von Perugia wiederholt: eine vorzugsweise auf 
den Ausdruck des Gemüthes angewiesene Schule, welche den 
ziemlich engen Kreis der ihr zusagenden Gegenstände durch- 
laufen hat und nun die ausgelebten Formen derselben in 
äusserlicher Weise und ohne rechten Ernst wiederholt. Zu 12_ 
den Meistern, die sich um ein Weniges vor den andern aus- 
zeichnen, gehören besonders die Brüder Sano und Lorenzo 
di Pietro, die um die Mitte dieses Jahrhunderts thätig wa- 
ren, beide schwach gemüthlich in flauen Formen. Sodann 
Matteo di Giovanni, oder Matteo da Sicna, von dem 13. 
sich ein mildes stilles Bild vom Jahre 1479 in S. Domenico 
zu Siena befindet, drei weibliche Heilige und drüber, in der 
Lünette, den todten Christus darstellend. Matteo bildet einen 
Uebergang in den Naturalismus der gleichzeitigen Florentiner, 
überbietet jedoch denselben namentlich in seinen spätern, zu 
Neapel entstandenen Werken. Sein berühmter bethlehemi- 
tischer Kindermord, den er zweimal gemalt, ein Exemplar in 
der Kirche S. Agostino zu Siena, das andre in der Galerie 
des borbonischen Museums zu Neapel  ist ein wüst maniei 
rirtes Bild, mit wenigen wahrhaft kräftigen Zügen, meist 
Caricatur. 
ä. 116. An den Schluss dieses Abschnittes versetzen 1_ 
wir zwei Maler, welche zwar fast ausschliesslich Florenz an- 
gehörten, in ihrer Richtung aber die ilorentinische Formen- 
auffassung mit dem tiefen Seelenausdruck und dem idealen 
Streben der Sieneser auf solche Weise verbanden, dass der 
letztere Einfluss beinahe als der überwiegende erscheint. 
Beide haben, obschon Zeitgenossen der grossen Neuerungen 
Masaccids, doch den Typus des XIV. Jahrhunderts im We- 
sentlichen beibehalten.  
Der Eine ist der Camaldulenser Don Lorenzo, gen. 2_ 
Monaco, welcher im Anfang des XV. Jahrhunderts im 
Kloster degli Angeli zu Florenz lebte. Sein Hauptwerk, vom.
        

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