Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162878
376 
Buch II. 
Mittelalter. 
Italien. 
Gothischer Styl. 
114. 
115. 
wir es wohl an antiken Sarkophagliguren sehen, und nur der 
milde sprechende Ausdruck des Gesichtes überzeugt uns, 
dass wir uns wirklich auf dem Gebiete der neueren Kunst 
befinden. Unter dem Kaiser sieht man einen Zug von Bür- 
gern und Rittern in der Richtung nach der rechten Seite, wo 
eine weibliche Gestalt, die gute Regierung darstellgnd, auf 
dem Throne sitzt,  Weisheit, Eintracht und andre allego- 
rische Figuren neben ihr. Auf der rechten Seitenwand sieht 
man die Folgen der guten Regierung. Stadt und Land ge- 
niessen die Früchte einer Weisen Staatsordnung: Handel und 
"Wandel auf Markt und Strassen; Tanz und Fröhlichkeit an 
allen Enden der Stadt; vor den Thoren blühendes und wohl- 
bebautes Land, und Bauern, die es pflegen oder dessen 
Früchte sammeln. Freilich ist diese Darstellung, in der es 
ganz auf charakteristische Auffassung des gemeinen Lebens 
ankam, noch Wenig genügend. Auf der linken Seitenwand 
sieht man die schlechte und ungerechte Regierung auf dem 
Throne; Geiz, Gewalt und eitler Ruhm schweben über ihr; 
Grausamkeit, Verrath, Betrug, WVuth u a. sind auf ihren Seiten. 
Daneben waren wiederum die Folgen solcher Regierung dar- 
gestellt, leider jedoch ist nur noch Wenig hieven zu erkennen: 
Bürger werden gefangen aus ihren Häusern fortgeführt, 
andre in den Strassen ermordet, die Felder liegen ver- 
wüstet, u. s. W.  
5- In der zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts blühte unter 
den Sienesern, charakteristisch für deren Kunstrichtung, ein 
 gewisser Berna oder Barnaa"), von dem im Dom von 
Arezzo ein Cruciiix mit Heiligen, und in der Hauptkirche 
von S. Gimignano Piewe, einem Städtchen zur Rechten der 
Strasse von Florenz nach Siena, noch Wandmalereien vor- 
handen sind (vermuthlich die Begebenheiten aus dem Leben 
Christi, auf der rechten Wand der Kirche). Seine Malereien 
am Tabernakel des Laterans in Rom enthalten schöne Mo- 
tive, sind aber stark übermalt. 
1. Q. 115. Sehr bedeutend tritt jene vorherrschend gemüth- 
L 
Rulnohr, 
109 E.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.