Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162828
113. 
Siena. 
Si mone 
di 
Martino. 
371 
derselben steht hier Siinone di Martino (fälschlich Simone 
Uemmi genannt), ein Zeitgenoss des Giotto, nach dessen 
Tode er im Jahre 1336 an den päpstlichen Hof nach Avig- 
non berufen wurde, wo er im Jahre 1344 gestorben sein soll. 
Merkwürdig und fast mehr als ein blosser Zufall ist es, dass, 
wie Giottds Ruhm von dem episch-didaktischen Dante, so 
der des Simone von dem grossen Lyriker des italienischen 
Mittelalters, Petrarca, in zweien seiner Sonette, aufbewahrt 
ist. Von ächten Werken des Simone ist. zwar nicht Vieles 
bekannt,  die grossen Wandmalereien namentlich, die er 
nach Vasari im Kapitel von S. Maria Novella zu Florenz 
und im Campo S. zu Pisa ausgeführt haben soll, rühren ge- 
wiss, Wie bereits oben angegeben wurde, nicht von seiner 
Hand her; gleichwohl reicht auch das Wenige, was noch von 
ihm vorhanden ist, zu einer näheren Charakteristik hin. 
Das Hauptwerk ist ein grosses, aus einer bedeutenden 4, 
Reihe einzelner Tafeln bestehendes Altarbild d), welches gegen- 
185 und II, 53 E.) Der Styl derselben bildet den Uebergang von dem 
strengern byzantisireixden des Dueeio (s. oben) zu dem weicher-n des 
Sirnone di Martino; in den männlichen Heiligen waltet noch mehr das 
byzantinische Element vor, während besonders in den Passionsbildern 
völligere Formen, freiere Bewegungen und lichtere Farbenbehandlung 
sichtbar werden.  Zwei andere Werke werden mit einem ähnlichen 
Namen verbunden, ohne dass jedoch die Identität ihrer Verfertiger 
mit Ugolino da Siena behauptet würde. Das eine dieser Werke, der 
silberne Schrein del santo Clorporale im Dom von Orvieto enthält in 
12 Emailbildern (D'Agincourt, a. a. 0., Taf. 123) die Stiftungsgeschichte 
des Fronleiehnamsfestes, 1338 von Ugolino Vieri, Goldschmied in 
Siena, gefertigt, welcher hier als ein Maler von mässiger Begabung 
erscheint. Einem gewissen Ugolino di Prete llario werden die 
sehr ausgedehnten Fresken im Chor desselben Domes zugeschrieben, 
welche die Glorie der drei Personen der Gottheit, dann das Leben der 
Maria, die Propheten, Apostel und Kirchenlehrer, endlich 40 Päpste 
und Bischöfe in lilalbfiguren darstellen. Zu einer sichern Entscheidung 
kann nur die Vergleichung der drei Werke führen. (Vgl. Crowe und 
Cavalcaselle 11, 53 mld I. U21 4431 H, 202.) 
m) E. 
stehenden 
worden. 
Förster, Beiträge S. 166 ff. 
Altarwerkes sind erst von 
 Die Tafeln des in Rede 
Herrn E, Förster entdeckt 
24a:
        

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