Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162806
Toskanisehe 
Schulen. 
369 
Ein Rückblick auf diese unmittelbarer von Giotto ab- 5. 
hängige Schule von Florenz lässt den Stifter erst in seiner 
vollen Grösse erscheinen. Ein Jahrhundert war seit Gi0tt0's 
erstem Auftreten verflossen, und selbst seine grössten Nach- 
folger, Orcagna und Spinello, waren noch nicht wesentlich 
über die von ihm vorgezeichneten Bahnen hinausgekommen. 
Seine Anschauung des Lebens, seine Formenauffassung 
beherrschten noch immer ihren Styl und wenn sie innerhalb 
dieser Grenzen doch so gross und reich erscheinen, so ist 
dies nur ein Beweis mehr für die geistige Gewalt, welche 
Giotto über sein Jahrhundert ausübte  Neu ist bei seinen 
Nachfolgern hauptsächlich das Streben nach Schönheit der 
Köpfe und Milde des Ausdruckes, welches schon mit den 
Gaddi beginnt und in Orcagnafs Paradies seine höchste Stufe 
erreicht, bei Einigen sogar sich bereits einer weichen Ver- 
schwommenheit nähert. Doch hat. dieses Streben den Geist 
der Schule nicht umgestaltet und ihre Charakteristik und dra- 
matische Lebendigkeit im Ganzen nicht beeinträchtigt. 
Zweites 
Capite]. 
Toskanische 
Schulen. 
Meister 
VOIl 
Siena 
und 
ihre 
Nachfolger. 
ä. 113. In der ersten Richtung der Periode vorherrschend 
subjektiver Auflässungsweise, die wir, wo sie entschieden her- 
vortrat, mit der didaktischen Poesie vergleichen kom1ten, war 
eine Menge neuer und eigenthümlicher Darstellungen, und 
WO das nicht, doch eine neue Behandlung älterer Gegenstände 
sichtbar geworden. Nicht eben so in der zweiten Richtung, 
M) R11 mohr (It. F. II., S. 400 u. f.) bringt diese Langsamkeit der 
Entwickelung mit dem Zunftgeiste der damaligen Kunst, hauptsächlich 
mit der langedauernden Abhängigkeit der Lehrlinge von den Meistern 
in Verbindung. 
Kngler Malerei I. 24
        

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