Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162795
368 
Buch II. 
Mittelalter. Italien. 
Gothischer Styl. 
112. 
Gestalten und zeigt, dass dem Künstler die tiefste Bedeutung 
der darzustellenden Gegenstände erschlossen war; ausserdem 
ein hoher Schönheitssinn und der Ausdruck eines sinnigen 
Gefühles, der, wie beim Giovanni da Milano, Wiederum auf 
die zweite Richtung dieser Periode hindeutet. Ausgezeichnet 
schön ist vornehmlich die Darstellung Christi in der Aufer- 
stehung, und noch mehr die in der Himmelfahrt; hier ist 
etwas wunderbar Hohes, Heiliges und Verklärtes in den Zügen 
des Heilandes, wie es in späterer Zeit vielleicht nicht wieder 
gefunden wird. Ausserdem malte Niecolä die Wände 
einer Halle im Franciskanerlaloster zu Prato (vornehmlich 
Darstellungen aus der Geschichte des Matthäus), die den 
vorigen jedoch nicht an Werth gleich kommen.  Auch zu 
Florenz, an der rechten Seitenwand der Sakristei von S. 
Croce, finden sich Darstellungen, welche die Passion Christi 
vorstellen und (mit Ausnahme des älteren Mittelbildes) ver- 
muthlich von seiner Hand herrühren, in diesem Falle jedoch 
vor den Werken in Pisa, deren vollendete Schönheit sie nicht 
erreichen, gemalt sein müssen. Der Maler entwickelt hier 
mehr nur den allgemeinen Typus der Schule ohne besondern 
individuellen Nachdruck. Doch ist in den schlafenden Wäch- 
tern am Grabe die originelle Art und TVeise zu beachten, 
wie ihre Charaktere mit der verschiedenen Art ihres Sehlafens 
in Einklang gebracht sind. 
3_ Der letzte Florentiner von Giottois Richtung, Lorenzo 
di Bieei, wiederholt die Typen der Schule nnr in mittel- 
mässiger Weise, aber mit einer wohltliuenden Einfachheit und 
Milde des Ausdruckes. Fresken von ilnn in der Loggia von 
S. Maria nuova jetzt S. Egidio) in Florenz (die von Papst 
Martin V. im J. 1420 vollzogene Einweihung dieser Kirche), 
und im Dom unter den Fenstern des Quersehiffes (Apostel 
und Heilige). Ein Tafelbild in den Üffizien, welches dem 
Lorenzo beigelegt wird (zwei lebensgrosse Heilige) zeigt eine 
mehr individuelle Durehbildung in der Art seines Zeitgenossen 
Fiesolex). 
Vergl. 
Cavalcas. 
Crowe u. 
28
        

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