Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162780
111. 
Niccolä 
di 
Pietro 
etc. 
367 
erwähnten Bilffalmaco zugeschrieben wurden, gegenwärtig 
jedoch als das Werk des Pietro, Sohnes des Puccio, aus 
Ürvieto, erwiesen sind Sie sind im letzten Jahrzehnt des 
XIV. Jahrhunderts gemalt und stellen einen Gottvater, der 
den WVeltkreis trägt, die Erschaffung der Menschen, den 
Sündenfall und dessen Folgen, den Brüdemwrd und den TOÖ 
des Kain, sowie die Begebenheiten der Sündfluth dar; sie 
lassen einen Künstler erkennen, dem es eben so ernst ist um 
eine würdige Darstellung heiliger Aufgaben, wie er zugleich 
das Leben in liebenswürdiger, heiterer Naivetät aufzufassen 
versteht. Sodann sind sie durch verschiedene Vorzüge in 
der technischen Ausführung, namentlich auch durch einen 
eigenthümliehen Sinn für harmonische Farbe, sehr bemerkens- 
werth.  Eben von demselben Künstler rührt. eine Krönung 9,. 
Mariä, über der zweiten Kapellenthür derselben Wand, her, 
von der zwar fast nichts als nur der Entwurf erhalten ist, 
der jedoch immer noch den Schwung einer erhabenen und 
freudigen Begeisterung erkennen lässt. 
Politische Umstände verhinderten die Fortsetzung der10. 
Arbeiten im Campo Santo; erst in der zweiten Hälfte des 
XV. Jahrhunderts wurde mit der Ausschmüekung desselben 
fortgefahren. Wir werden später darauf zurückkommen. 
ä. 112. Gleichzeitig mit dem letztgenannten war in Pisa 1. 
noch ein anderer Künstler beschäftigt, welcher zu den be- 
deutendsten seiner Zeit gehört, der Florentiner Niccola di 
Pietro") (nach neuern Ermittelungen Geriniffä). Er 
malte um 1390 den Kapitelsaal des dortigen Klosters S. Fran- 
cesco und stellte an dessen Wänden die Leidensgesehichte 
Christi in neun Abtheilungen dar. Diese Malereien sind 
leider schon in hohem Grade beseitigt, doch ist auch in den 
geringsten Resten ihr hoher Werth noch zu erkennen. Eine 
ernste Ruhe, ein eigenthümliches Pathos geht durch alle diese 
ü) E. Förster, a. a. 0. S. 123 E. 
 H) E- Förster, a.  O. S. 187 ff.  
Plttvre antiche, Pisa 1820. 
WM) Vergl. Crowe u. Cavalcas. I. 365. u. 
Lasin io: 
II. 19 ff. 
Raccolfa
        

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