Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162750
364 
Buch II. 
Mittelalter. 
Italien. 
Gothischer Styl. 
g.110.111.1 
Stadt führen u. s. W. Weiter hinauf, in's Gebirg empor, wo 
die Einsiedler in Höhlen und Kapellen wohnen, wird es immer 
entfremdeter vom Treiben der Welt. Aber der Versucher 
folgt dem Geiste des Menschen auch in die Wüste; in man- 
nigfachen Gestalten, bald schreckhaft, "bald verführerisch, 
sucht er die Frommen ihrer heiligen Beschäftigung abwendig 
zu machen; in seiner bekannten drachenartigen Unform sieht 
man ihn nur an ein Paar Stellen, zumeist ist -er vermummt: 
als disputirender Philosoph, als verlockendes Weib u. dgl., 
immer jedoch an den Krallenfüssen zu erkennen. Das Ganze 
baut sich nach alterthümlicher Anordnung (wie Aehnliches 
namentlich in der byzantinischen Kunst gefunden wird)_ in 
mehreren Reihen übereinander empor und die obersten, so- 
mit die entferntesten Darstellungen sind von gleicher Grösse 
mit den unteren. An Gesammtwirkung, an Perspektive fehlt 
es dem Bilde somit allerdings, aber man empfindet deren 
Mangel nicht, da sie gar nicht in der Absicht des Künstlers 
lagen. Die einzelnen Darstellungen sind dagegen mit vieler 
Anmuth und Sinnigkeit durchgeführt. 
1. g. 111. Auf dieses Gemälde folgt die erste Eingangs- 
Thür zum Campo Santo. Zwischen dieser und der zweiten 
sind die Geschichten des heil. Ranierus, des Schutzpatrones 
von Pisa, und die Geschichten der HH. Ephesus und Potitus 
dargestellt. Jedes von diesen besteht aus sechs Feldern, von 
denen je drei die obere und die untere Hälfte der Wand 
ausfüllen. Die drei obern Gemälde aus der Geschichte des 
Ranierus ü) werden fälschlich dem schon genannten Simone di 
Martino von Siena zugeschrieben; sie sind das Werk eines 
minder begabten, aber handwerklich tüchtigen Meisters, eines 
Andrea Fiorentino, der laut einer alten Quittung 1377 dafür 
2, Zahlung empfingü). Die unteren drei Gemälde derselben 
Geschichte sind um das Jahr 1386 von Antonio Vene- 
ziano gemalt, welcher ungleich mehr Sinn für Schönheit 
Beiträge, 
Förster, 
111 
Bonaini Not. 
ined. p. 
105 ff. 
(Crowe u. 
Cavalcaselle.)
        

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