Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162740
110. 
O rcagna's 
Werke 
in 
novella 
Zll 
Florenz. 
363 
zwischen diesen, auf dem unteren Theil, die Gestalten von  
Seligen, welche in den Himmel aufgenommen werden. Es 
ist. in all diesen Gestalten etwas ungemein Edles, Klares und 
Heiteres, ebenso die Köpfe fast durchgehend höchst anmuthig, 
schön und voll Gefühl; die Technik der Malerei zeigt das 
Bestreben einer möglichsten Vollendung.  Die dem Para-10_ 
diese gegenüberstehende Wand der Kapelle Strozzi enthält 
eine Darstellung der Hölle, welche wiederum dem Bernardo 
zugeschrieben werden; dies ist eine gänzlich unkünstlerische 
Arbeit, nichts als eine Landkarte, welche die Eintheilung, 
die Dante der Hölle giebt, mit Aengstlichkeit befolgtä). 
Unter den Wandmalereien Orcagna's, die nicht mehr 11. 
vorhanden sind, werden vornehmlich einige erwähnt, die er 
in S. Croce zu Florenz ausgeführt haben soll und die im 
Wesentlichen aus einer Wiederholung der drei Darstellungen 
im Campo santo bestanden. 
Neben jener Darstellung der Hölle im Campo Santo zu 12. 
Pisa ist „das Leben der Einsiedler in der thebaischen Wüste" 
dargestellt, welches Bild gewissermaassen als eine Fortsetzung 
jener Scene der Einsiedler in dem Triumphe des Todes zu 
betrachten ist. Sein Autor, Pietro di L orenzo (oder Loren- 
zetti) von Siena, den Vasari Pietro Laurati nennt, wird denn 
auch von der neuern Forschung mit gutem Grund an Orcag- 
na's Stelle als Meister jener drei berühmten Werke im Campo 
santo aufgestellt, deren Technik iiberdiess, soweit sie nicht 
durch Retouchen beeinträchtigt, mit dem „Leben der Ein- 
siedler" die grösste Aehnliehkeit bieten soll Das letztere 
ist ein reiches, aus einer Menge von einzelnen Gruppen be- 
stehendes Gemälde, in welchem das stille, der erbaulichen 
Betrachtung gewidmete Leben aufs Mannig-faltigste dargestellt 
ist. Vorn fliesst der Nil, an dessen Ufer sich eine Menge 
von Einsiedlern befinden, die noch irdischen Beschäftigungen 
obliegen, indem sie Fische fangen, Holz fällen, Waaren zur 
ü) Umriss bei D'Agincourt, a. a. O. Taf. 119, 
 Vergl. Crowe u. Cavalcas. I. 445 und II. 130 E.
        

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