Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162736
.362 
Buch II. 
Mittelalter. 
Italien. 
Gothis cher Styl. 
hergehenden anschliesst, ist die "Hölle." Dieses Bild sollte 
nach einem Entwurfe des Andrea von seinem Bruder Bernardo 
ausgeführt sein, und in der That steht es auch in diesem Be- 
zuge gegen die Vorigen zurück, sowie selbst die Composition, 
die die Phantasie in's Ungeheure zu gehen veranlasste, min- 
der bedeutend ist. Die Hölle ist hier wie ein grosser Fels- 
kessel dargestellt, der sich in vier Abtheilungen über einander 
erhebt. Zwischendurch sitzt Satan, ein furchtbar-er eisenge- 
panzerter Riese, ein feuriger Ofen, aus dessen Leibe an ver- 
schiedenen Stellen Flammen hervorschlagen und darin Sünder 
verbrannt und zermalmt werden. Zu seinen Seiten, in den 
verschiedenen Abtheilungen, werden die Verdammten von 
Schlangen und Dämonen gepeinigt. Die ganze untere Hälfte 
des Bildes ist im XVI. Jahrhundert Hau modern übermalt 
und verändert werdend). 
7_ Von diesen Werken weichen in der That diejenigen auf- 
fallend ab, die unter Orcagna's Namen in Florenz erhalten 
sind. Hier sieht man, in der Kapelle Strozzi in S. Maria 
Novella, eine Altartafel, welche mit seinem Namen und der 
Jahrzahl 1357 bezeichnet ist, einen thronenden Christus und 
Heilige zu seinen Seiten darstellend, einfache feierliche Ge- 
stalten mit ausdrucksvollen Gesichtern. Eben diese Kapelle 
ist von Andrea und seinem Bruder ganz mit WVandmalereien 
geschmückt, deren Charakter entschieden mit. jenem Altar- 
bilde übereinstimmt. Diese Malereien sind ähnlichen Inhalts 
8. wie die letzterwähnten Darstellungen zu Pisa. An der Fenster- 
wand ist das jüngste Gericht, oben Christus und zu den 
Seiten des Fensters die Chöre der Heiligen, und darunter 
9. die Seligen und Verdammten. An der Wand zur Rechten 
das Paradies, eine Darstellung von sehr strenger und gran- 
dioser Anordnung, ähnlich dem Weltgericht in Pisa. Zu- 
oberst, auf gothischem Throne, sitzen Christus und Maria; 
darunter schweben musicirende Engel in der Luft; auf beiden 
Seiten unendliche Reihen von Heiligen übereinander und 
auf einem 
4') Im unversehrtem Zustande sieht man die Composition 
alten Kupferstiche bei Morrona, Pisa illustrata.
        

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