Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162684
109. 
110. 
Pisa; 
das 
Campo 
santo. 
357 
stürmendem Meer, dieselbe Composition, welche Giotto in 
Mosaik an der Peterskirche zu Rom ausgeführt hatte. 
Die Meister, denen man diese Malereien bisher zuge- 11. 
schrieben hatte, sind Taddeo Gaddi, von dem die Darstel- 
lungen an der Decke und die linke Seitenwand mit dem heil. 
Thomas von Aquino herrühren sollen, und der Sieneser Si- 
mone di hlartino als Verfertiger des Uebrigen. Gegenwärtig 
jedoch nennt man nicht ohne Grund einen Andreas v. Flo- 
renz, der auch die Geschichte des h. Ranieri im Pisaer 
Campo santo (s. unten) gemalt hat 
ä. 110. Wir Wenden uns nunmehr zu einem Orte, 
Welcher für die Geschichte der Kunst im XIV. Jahrhundert 1. 
vor allen wichtig ist. Es ist dies das Campo Santo, der Fried- 
hof von Pisa"), ein Raum von ungefähr 400 Fuss Länge 
und 118 Breite, mit hohen Mauern umgeben, an deren innerer 
Seite eine breite, offene Bogenhalle umherläuft. An der 
(schmalen) Ostwand ist eine grössere Kapelle angebaut, zwei 
kleinere an der Nordseite, und diesen gegenüber, an der 
Südseite, sind die beiden Eingänge. Dieser Raum soll, um 
den Beginn des XIII. Jahrhunderts, durch Erde, welche 
man aus dem gelobten Lande herüber brachte, ausgefüllt. 
worden sein; das Gebäude ward im weiteren Verlaufe des 
Jahrhunderts durch Giovanni Pisano, den Sohn des oben 
erwähnten Nicola errichtet. Sämmtliche Wände, von oben 
bis unten, wurden sodann mit grossen Gemälden geschmückt. 
Die Kapelle auf der Ostseite wurde bereits um den Anfang 
des XIV. Jahrhunderts ausgemalt; von diesen Arbeiten ist 
jedoch nichts erhalten. 
Die ältesten der erhaltenen Malereien in der Halle des 2- 
Campo Santo sind diejenigen, welche sich an der Ostwand, zur 
linken Seite, wenn man aus jener Kapelle tritt, befinden. 
ß) Vergl. Crowe u. Cavalcas. II. 85 ü". 
H) C. Lasinio: Pittzlre a frasco del campo santo di Pisa.  
Kleinere Ausg. (zu 12 Scudi Subscxz-Px-J: Pitture a fr. del campo s, d; 
Pisa, disegnate da G. Rossi, ed incise dal Cav. G. P. Lasinio figlio, 
Firenza (seit 1331)  Vergl Rosini: Descrizione delle pittm-e del 
campo s. di Pisa.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.