Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162676
356 
Buch II. 
Mittelalter. 
Italien. 
Gothischer Styl. 
109. 
liche und weltliche Herren neben ihnen, sehr feierliche und 
würdige Gestalten. Der Kaiser hält in der Hand statt des 
 Reichsapfels einen Todtenkopf als bedeutsames Sinnbild der 
Hinfälligkeit irdischen Glanzes im Gegensatz zur ewigen 
Kirche. Zu den Seiten steht und kniet die gläubige Gemeine, 
die zum Theil aus berühmten Männern und Frauen der Zeit, 
zum Theil aus Armen und Gebrechlichen besteht; sie wird 
zugleich sinnbildlich als eine Heerde Schaafe dargestellt, 
welche vor den Füssen des Papstes weidet und von zwei 
Hunden bewacht wird. Weiterhin, zur Rechten, sieht man 
den heiligen Dominicus predigend gegen die Ketzer, die 
Feinde der Kirche, und einige derselben bekehrend; diese 
flehen um Verzeihung und zerreissen ihre Bücher. Daneben 
sieht man wiederum die Heerde, wie sie von Wölfen ange- 
fallen und von den Hunden vertheidigt wird. Die Hunde 
sind sämmtlich schwarz und weiss gefleckt, um hiemit auf 
die Ordenstracht der Dominikaner (Domini Canes) hinzu- 
deutenf), denen eine solche Vertheitligung der Kirche ob- 
liegt. Auf derselben Seite,_weiter hinauf, sieht man die 
Freuden und Verirrungen der Welt, Rcigentäinze und der- 
gleichen, sodann die Bekehrung und Busse der in irdischcm 
Treiben befangenen Menschen. Ueber der Kirche ist das 
Thor, Welches zum Himmel führt, dargestellt; Petrus öffnet 
dasselbe den Begnadigten und lässt sie in das Paradies ein- 
gehen, wo Christus in der Glorie und Engelchöre zu seinen 
Seiten sichtbar werden. Die Darstellung des ganzen reich- 
bewegten Gemäldes ist äusserst lebendig, die Costüme, wie 
es hier erfordert wurde, überall die der Zeit, und in den 
Köpfen vieler Personen eine nicht Llllglüßlillßlle individuelle 
Auffassung, wie uns denn viele Namen von Personen jener 
Zeit überliefert sind, deren Portraits auf dem Bilde enthalten 
10.sein sollen.  Das Gemälde auf dem (larülacr befindlichen 
Dreieckfelde des Gewölbes enthält das Schiff der Kirche auf 
ß) Auch berichtet die Legende, des heil. Dümillißüs Mütter habe 
vor dessen Geburt geträumt, dass sie einen solchen (Hund zur Welt 
bringen würde. 
        

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