Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162600
Taddeo, 
Gaddi 
A ngiolo 
und 
G-iottino. 
349 
tuschte Federzeiehnungen, Welche mannigfach an die WVeige 
des Taddeo erinnern und sich durch Einfachheit und Adel 
der Compositionen, graziöse Motive, Gefühl und Sicherheit 
des Vortrages auszeichnen. In den Köpfen bemerkt man 
einen feinen, individuellen Anklanga"). 
Jene eigenthümlieh sinnige Weise, in welcher Taddeo 4. 
das Leben der Maria dargestellt, musste zu mannigfacher 
Nachfolge anreizen. So sehen wir in einer Kapelle der 
Sakristei von S. Croce auf der einen Seitenwand dasselbe 
ganz in entsprechenden Abtheilungen ausgeführt und auf der 
gegenüberstehenden Wand die Geschichte der Maria lllag- 
dalena in ähnlicher Weise behandeltw). Tretilich sind auch 
hier die Compositionen (in dem zweiten Cyklus vornehmlich 
der Besuch Christi bei Martha und Maria); aber die Aus- 
führung zeigt bei grosser Weichheit und Milde doch nicht 
jene Feinheit des Gefühls, welche bei Taddeo so sehr an- 
zieht; daher die frühere Annahme, welche diese Werke dem 
Taddeo selbst zuschrieb, nicht Wohl gültig ist. 
Aehnlieh auch behandelte An giolo Gaddi, der Sohn 5. 
und Schüler des Taddeo, das Leben der Maria in einem 
grossen Cyklus von Wandgemälden, Womit er die Kapelle 
des heiligen Gürtels in der Kathedrale von Prato ausschinückte. 
Hier nehmen diese Darstellungen wiederum nur die eine 
WVand ein; an der zweiten Vtrand fügte er die Himmelfahrt 
und die Krönung der Maria, an der dritten die Geschichte 
ihres heiligen Gürtels hinzu. Diese Malereien, sowie die- 6. 
jenigen, welche Angiolo im Chore von S. Croce zu Florenz 
ausführte, (beides die erhaltensten von seinen Werken) haben 
etwas allgelneinhin Schlichtes und Tüchtiges im Style seiner 
Vorgänger, den sie jedoch nur in einer mehr handwerks- 
mässigen Fortbildung wiederholen. Doch ist bei den letzt- 
genannten "Malereien wiederum zu bemerken, dass der Gegen- 
stand, welchen sie behandeln, an bedeutsamen, der Allegorie 
Stu- 
ü) Waagen, Kunstw. und Künstl. in Paris, S. 317. 
H) Zwei Darstellungen (eine aus jedem Cyklus) in KuhbeiPs 
dien, B1. 27 u. 28.  Vergl. v. Rum ohr, It. F. II, S. 80.
        

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