Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162599
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BuQh II. 
Mittelalter. 
Italien. 
Gothischer Styl. 
heit durchgebildet ist. Es sind Darstellungen in Bezug auf 
das Leben der Maria, ausgeführt an zweien Wänden der 
Kapelle Baroncelli (gegenwärtig Giugni) in S. Croce zu 
Idlorenzx); Malereien, in denen sich eine eigenthümlich zarte 
Phantasie ausspricht, Welche einen, der Erbauung gewidmeten 
Gegenstand zur anmuthigen Idylle umzugestalten Weiss. S0 
ist namentlich in dem Bilde, Welches die Geburt der Maria 
darstellt, das Kosen der Frauen mit dem neugeborenen Kinde, 
 _in dem folgenden, WO Maria als Kind die Stufen des 
Tempels emporsteigt, die Schaar der Tempeljungfrauen, die 
ihr freudig durch die luftigen Säulenhallen entgegeneilen, in 
äusserst liebenswürdiger Weise dargestellt. Von wunder- 
samem Eindruck ist eins der kleineren Gemälde an der 
Fensterwand. Hier sieht man die drei Weisen des Morgen- 
landes auf der einsamen Bergeswacht, wo sie lange Jahre 
nach dem Sterne hinausgeschaut haben und Wo ihnen jetzt 
der Stern und in dessen Strahlen das Christuskintl erscheint; 
anbetend sinken sie in die Knie, indem der eine die Augen 
vor dem Glanze zu schirmen sucht, der andre das Haupt auf- 
merksam vorbeugt und emporweist, der dritte gläubig hin- 
gegeben die Hände über der Brust kreuzt. Allerdings ist 
das Einzelne minder fest und charakteristisch, namentlich der 
3. Gcsiohtstypus allgemeiner als bei Giotto.  Ausser diesen 
Wandgemälden sind verschiedene kleinere zierlich ausgeführte 
Tafeln von der Hand des Taddeo vorhanden; mehrere in der 
Sammlung der Florentiner Akademie; ebenfalls mehrere im 
Museum von Berlin, unter denen sich vornehmlich einige, die 
zusammen ein kleines Altarwerk ausmachen und mit dem 
Namen des Künstlers und dem Jahre 1334 bezeichnet sind, 
auszeichnen.  Eine Handschrift des bekannten Speculum 
salvationis in der Bibliothek des Arsenals zu Paris, aus der 
ersten Hälfte des XIV. Jahrhunderts, enthält 160 leicht ge- 
i) Sämmtliche Darstellungen (mit Ausnahme der beiden obersten 
an der Fensterwand  Verkündigung und Besuch der Maria  sind 
von Lasinio in seiner-Collektion nach alten Florent-inern gestochen, 
T. XIV-XVII.
        

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