Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162541
105. 
Giotto. 
Altartafeln 
etc. 
343 
bestimmt einem späteren Meister angehören, werden wir spä- 
ter zurückkommen. 
Unter den übrigen weniger beglaubigten iVerken Giottds") 5. 
verdient eines jener riesigen gemalten Crucilixe Erwähnung, 
welche damals in keiner Kirche zu fehlen pflegten. Dasselbe 
befindet sich in dem Gange vor der, Sakristei von Santa 
Croee in Florenz, und ist, mit einem andern in der Sakristei 
Selbst (vorgeblich von Lrlargaritone von Arezzo) verglichen, 
jedenfalls für die neue Richtung der Schule bezeichnend, wenn 
es auch nicht von Giottds Hand ist. Margaritone hatte den 
Leichnam noch halb in byzantinischer Weise, mit anatomi- 
scher Härte, grünlichem Teint und starr conventionellem 
Kopfe gebildet; hier dagegen ist Modellirung und Farbe 
schon ungleich naturgemässer, und der Kopf hat den Wahren 
und echten Ausdruck des geendigten Leidens. 
Minder bedeutend, als die oben angeführten Werke sind 6. 
die wenigen vorhandenen Altartafeln Giottds, obgleich gerade 
zwei von diesen Stücken mit dem Namen des Meisters be- 
zeichnet sind. Das eine ist eine Krönung der Mariaw"), WO 
auf den Seitentafeln Heilige und musicirende Engel darge- 
stellt sind, in S. Croee zu Florenz (Kapelle Baroneelli oder 
Giugni). Das andre eine Madonna, mit. Heiligen und En- 7- 
geln auf den Seitentafeln, aus der Kirche S. Maria degli 
Angeli bei Bologna stammend. Das Mittelbild dieses Wer- 
kes, welehes die Unterschrift trägt, befindet sich in der Gal- 
lerie der Brera zu Mailand, die Seitentafeln in der Pina- 
kothek zu Bolognawä). Die Gegenstände gestatten hier dem 
Maler die Darlegung seiner höchsten und eigenthümlichsten 
Vorzüge nicht. Andere Tafelbilder heiligen Inhalts  Ueber- 8' 
m) Als entschieden unächt sind die Evangelisten und Kirchenväter 
in San Giovanni Evangelista zu Ravenna (in einer Nebenkapelle links) 
anzusehen, welche wohl ein Jahrhundert nach Giotto, übrigens doch 
von einem guten Florentiner gemalt sind. 
w) Umrisse bei d'Agineourt, a. a. O. Tail 114, n. 4. 5.  
E. Förster, Beiträge, Bl. IV. 
am) Cqjalago dei quadri, che si conservano nella Pinacoteca dclla 
P. Accademia delle belle artz" in Bologna, p. 80.
        

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