Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162491
338 
Buch II. 
Mittelalter. 
Italien. 
Gothischer Styl. 
104. 
ben des Menschen in seinen freudenreichsten und schmerz- 
vollsten Momenten zusammenfassen, zeigen sie zugleich den 
steten Bezug desselben auf ein höheres gnadenreiches Wesen 
und diejenigen Mittel, welche die Kirche dem Menschen zur" 
Weihe des irdischen Daseins und zur Reinigung von der 
Sünde gegeben hat. Diese Darstellungen füllen einen der 
quadratischen Räume des gothischen Gewölbes aus. Je zwei 
sind in einem der vier Dreieckfelder desselben angebracht; in 
dem letzten ist als achtes Gemälde eine allegorische Darstel- 
lung der Kirche hinzugefügt. Wir werden auf diese Ge- 
mälde, die zum grössten Theil sehr wohl erhalten sind, Wie- 
derum zurückkommen. (S. 346 u. 347.) 
Zu der letztgenannten Richtung gehören auch die zahl- 
reichen Reliefs und Statuen, Welche Giotto für die unteren 
drei Abtheilungen des von ihm erbauten Glockenthurmes zu 
Florenz angeordnet hat  Auch diese Werke bilden einen 
grossen, mit tiefer Weisheit erfundenen Cyclus, indem sie die 
Entwickelungsgeschichte der menschlichen Bildung darstellen. 
 Ein Zusammenhang ähnlicher Art ging auch durch den 
gesammten bildnerischen Schmuck, mit welchem Giotto die 
Fagade des Florenzer Domes versehen hatte, der jedoch durch 
die aufgeklärte Barbarei späterer Jahrhunderte vernichtet. 
worden ist. 
. ß. 104. Von den eigentlich historischen Darstellungen, 
deren Ausführung dem Giotto zugeschrieben wurde, hat sich 
Weniges erhalten; ein grosser Theil derselben ist neuerlich 
als die Arbeit anderer Hände bezeichnet worden. Vor Allem 
kommt hier Giottds Jugendwerk in Betracht: die im Jahre 
1303 erbaute und ohne Zweifel in den nächstfolgenden Jah- 
ren von ihm und einem oder mehrern Gehülfen ausgemalte 
Kapelle Madonna dell' Arena in Padua"). Die Male- 
reien haben gelitten, sind aber nur geringem Theils übermalt 
(mit Ausnahme derjenigen des Chores, wo nur eine das Kind 
4') E. Iöörsterk Beiträge, S. 155 H1; 152. 
W Vgl. im Kunstblatt 1837, S. 241, 354, 365, 377 u. f. 
ster's Abhandlung: Giotto, u. Rec. über die Schrift des 
Selvatico: Sulla, cupellina (Zegli Scrauegni, etc. 
E. F ö r  
Marchese
        

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