Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162474
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Buch II. 
Mittelalter. 
Italien. 
Gothischer Styl. 
Der Gatten Eintracht, ihre frohen Mienen 
Und Lieb' und Wunder, und der süssc Blick 
Erweckten heiYgen Sinn, wo sie erschienen. U. s. w. 
2.  Dieselbe Allegorie findet sich in Giotto's bildlichen Dar- 
stellung, nur reicher ausgeschmückt. Die Armuth erscheint 
als ein Weib, Welches durch Christus mit dem heil. Francis- 
cus vermählt wird. Sie steht in Dornen, zwei Buben im 
Vorgrunde verspctten sie; zu beiden Seiten stehen Gruppen 
von Engeln als Zeugen der heiligen Handlung. Zur Linken 
wird durch einen Engel ein Jüngling herbeigeführt, welcher 
(dem Beispiele des Heiligen folgend) einem Armen sein Ge- 
wand reicht. Zur Rechten stehen Reiche und Vornelnne, 
welche ebenfalls durch einen Engel eingeladen werden, sich 
aber trotzig abwenden.  Die andern Darstellungen sind, 
wie es scheint, eigene Erfindungen. Die „Keuschheit" ist eine 
Jungfrau, die in einer festen, von Mauern und Zinnen um- 
gebenen Burg sitzt und von Engeln verehrt wird. Im Vor- 
grunde wird ein Mensch von Engeln gebadet und getauft; 
Reinheit und Stärke begrüssen ihn; Schaaren gepanzerter 
Krieger stehen zur Vertheidigung der Burg umher; auf der 
einen Seite werden Laien und Geistliche durch den heil. 
Franciscus herangeführt, auf der andern die irdische Liebe 
und die Ünreinigkeit durch die Busse, die ein Anaehoreten- 
gewand trägt, verjagt.  Die Darstellung des „Gehorsams" 
ist minder klar und verliert sich bereits in eine willkürliche 
Symbolik.  In der vierten Darstellung sieht man den heil. 
Franciscus im goldgewebten Diakonenkleidex) auf einem 
reichen Throne sitzend, Kreuz und Ordensregel in seinen 
Inländen. Zu seinen Seiten zahlreiche Engelschaaren, welche 
mit Gesang und Musik den Preis des Heiligen verkünden. 
Eine Sage schreibt Dante, mit dem der Maler befreundet 
War, die Erfindung dieser sämmtlichen Gemälde zu; ja, sie 
lässt ihn aus jener WVelt herabsteigen, um dem Künstler im 
Traume die- Gedanken zu diesen Werken einzuflössen: 
i. Zu Florenz malte Giotto, im Saale des Podeste, die Ge_ 
 Er war Diakonus 
Priesterweihe empfangen. 
geblieben 
und 
hatte 
aus 
Demuth 
nie 
die
        

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