Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162456
334 
Buch II, 
Mittelalter. 
Italien. 
Gothischer Styl. 
102. 
Sehaaf auf einer Steinplatte zeichnete, wie er ihn mit sich 
genommen und in der Malerei unterrichtet habe. Seine Zeit- 
genossen sind seines Ruhmes voll; der grösste unter diesen, 
Dante, berichtet über ihn in seiner göttlichen Komödie: 
Im Reich der Kunst hat Cimabue geglaubt, 
Das Feld zu halten; jetzt ist Giotto kommen, 
Und jenem ist der Ruhm fortan geraubtff) 
Seine Wirksamkeit erstreckte sich nicht bloss auf Florenz 
oder die nächstbenachbarten Orte von Toskana. Ganz Italien, 
von Padua und Verona bis Gaeta und Neapel, verdankt ihm 
die mannigfaltigsten Kunstgebilde und Anregungen; selbst 
nach Avignon folgte er dem Papste Clemens V., und soll 
dort und in andren Städten Frankreichs Vieles gemalt haben. 
Päpste und Fürsten, Städte und angesehene Klöster wett- 
eiferten, ihm ehrenvolle Aufträge zu geben und waren stolz 
auf den Besitz seiner Werke. Zugleich war Giotto nicht 
allein Maler; auch in der Geschichte der Baukunst wird sein 
Name mit Ehren genannt, indem der Entwurf der ehemaligen 
F acade des Domes von Florenzff) und des daneben stehenden 
schönen gothischen Glockenthurmes von ihm herrührt und 
der Bau von ihm gegründet und geleitet ward; ebenso hat 
er sich auch mit glücklichem Erfolge in der Bildhauerkunst 
versucht, indem nicht nur die Zeichnungen zu dem grössten 
Theil der Sculpturen, welche den Thurm schmücken, sondern 
auch mehrere dieser Sculpturen selbst von seiner Hand ge- 
fertigt sind. 
1. Was die Werke des Giotto anbetrifft, von denen freilich 
ein grosser Theil untergegangen und von dem Vorhandenen 
nur sehr Geringfügiges durch Unterschrift als acht beglaubigt 
ist, so wenden wir uns zunächst zu denjenigen, welche zur 
Entfaltung jener eigenthümlichen Anschauungsweise Gelegen- 
i?) Purgalorio, XL, 94: 
 Credette Cimabue nella pittura 
Tener lo campo, ed m'a ha Giotto z'l grido, 
Sicckä la fama, di colui oseura. 
H) Die grossartige symbolische Deeoration dieses im Jahre 1588 
zernichteten Werkes schildert E. Förster, Beiträge etc. S. 152 u. f,
        

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