Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162393
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Buch II. 
Mittelalter: 
Italien. 
Romanischer Styl. 
man die boshafte Zuversicht auf dem Gesichte liest, dass sie 
seiner schon Herr werden wollen.  Wie diese Darstellung 
durch den kunstreichen Ausdruck der mannigfachen und 
widersprechenden Gefühle einer aufgeregten Volksmengc, so 
interessiren andre, wie der Abschied Christi von seinen 
Jüngern, das Gebet am Oelberge u. dgl. durch die tiefe 
Stille einer inneren Wehmuth und Betrübniss der Seele. 
4. Die ehemalige Vorderseite dieses Altargemäldes enthält 
grössere Figuren: eine Madonna mit dem Kinde, von Heili- 
gen umgeben. Hier sieht man die Köpfe in den anmuthig- 
sten Formen gezeichnet und zugleich, vornehmlich in den 
männlichen, eine sehr treue Nachahmung der Natur. In der 
Gewandung vermählt sich hier mit der byzantinischen Manier 
eine eigenthümliche Weichheit, Welche bereits eine bemerk- 
bare Hinneigung zu derjenigen Kunstweise verräth, die im 
Verlaufe des XIV. Jahrhunderts ziemlich allgemein wurde. 
5. In der Sakristei des Domes von Siena befindet sich noch 
eine Reihe kleiner Tafeln, welche dem Duccio anzugehören 
scheinen a") ; ebenso hat man verschiedene Bilder in der Samm- 
lung der Sieneser Akademie mit dem Namen des Künstlers 
bezeichnet, unter denen vornehmlich ein grösseres Werk, 
dessen Hauptdarstellung die Anbetung der Hirten ist, zu 
solcher Auszeichnung berechtigt sein dürfte  
6. Wir übergehen eine Anzahl von Künstlernamen, welche 
man als Zeitgenossen und lüitstrebende des Cimabue be- 
zeichnet, wie z. B. Margheritone von Arezzo, welcher 
ähnliche Motive, aber ungleich befangener und ungeschickter 
behandelte. 
'19) Nach v. Rumohr (Ital. Forsch. II., S. 11) sind dies die Staf- 
feln und Giebel jenes grossen Altargemäldes.  Eine heil. Apollonia, 
welche in der alten Rundkii-ehe S. Angele zu Perugia. an die Wand 
gemalt ist, dürfte am meisten mit diesen alten Sienesern übereinstim- 
men. Die Gestalt ist leblos, schlitzäugig, und doch nicht ohne eine 
gewisse Anmuth. 
M4) Ueber andere Werke 
180 u. II. 40, 50 ff. 
des Duecio 
Cavalcaselle 
Crcwe u. 
In
        

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