Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1162268
Guido 
und 
Giunta. 
Florenz. 
J acobus. 
315 
den genannt von 1202 bis 1258)  deßßßll Namen nebst der 
Jahrzahl 1236 ein nunmehr verloren gegangenes Bild des 
Gekreuzigten trug, welches sich in S. Francesco zu Assisi 
befand. Unter den vorhandenen Werken, Welßlle man ihm 
(freilich nicht mit hinreichender Gewähr) zuschreibt, sind 
ausser einem Cruciflx in S. Ranieri, einem ähnlichen zu S. 
Maria degli Angeli, (bezeichnet    nta Pisanus -me 
fecitYi") und einer Tafel mit Heiligen in der Kapelle des 
Campo Santo zu Pisa, vornehmlich einige Wandmalereien 
in der Oberkirche S. Francesco zu Assisi zu nennen, das 
Marterthum des h. Petrus, der Sturz des Simon Magus 
(welcher von den Dämonen gewaltsam durch die Luft gezerrt 
wird), und die Verzierung um das hinterste Fenster der Chor- 
nische,  die erstern sehr übermalt. Bewegungen und Aus- 
druck sind noch todt und unfrei, doch zeigt sich ein gewisser 
Sinn für reinere Form und für heitere Farbenwirkung, welcher 
den Byzantinern jener späten Zeit fremd ist.  Wie diese 8- 
Werke für Siena und Pisa, so giebt für Florenz die dor- 
tige Taufkirche San-Giovanni einen Anhaltspunkt. Hier 
sind die Mosaiken des Gewölbes in der viereckigen Altar- 
nische mit einer Inschrift versehen, Welche den Künstler als 
einen Franciscanermönch, Namens J acobusü") bezeichnet 
und das Datum 1225 beifügt. Es ist ein Kreis heiliger Ge- 
stalten rings um ein Agnus Dei angeordnet, getragen von 
vier knieenden männlichen Figuren in den Ecken des Ge- 
wölbes. Die byzantinischen Motive erscheinen schon glück- 
licher gewählt und belebter als z. B. bei Guido, auch erinnert 
die in architektonischem Geist erfundene Anordnung Wieder 
an altchristliche Vorbilder, welche hier wie in andern Gegen- 
den Italiens auf die neu erwachende Kunst einwirkten.  
"ü Fr. im Tiib. Kunstblatt 1827, N0. 26 u. 27.  D'Agincourt 
a. a. O. Taf. 102, wo Bewährtes und Unbewährtes zusammengestellt ist. 
M) Crowe u. Cavalcaselle I, S. 171.  
a") Dass dieser nicht reit dem Mönehe Jacob von Turrita oder 
Jacobus Toriti identisch se1, welchem w1r später begegnen werden, 
hat Rumohr a. a. O. I, S. 387 u. f. genugsam bewiesen.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.