Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1161990
288 
Buch II. 
Mittelalter. 
Der Norden. 
Gothischer Styl. 
sämmtlichen Bildern lässt vielleicht noch die Einwirkung 
einer andern Schule ausser der kölnischen erkennen 
1. g. 85. Die höhere Entfaltung des deutseh-gothischen 
Styles beschränkt sich übrigens nicht auf die drei genannten 
Schulen und was von ihnen abhing; es lässt sich vielmehr 
voraussetzen, dass in diesen Zeiten städtischer Blüthe noch 
andere, namentlich oberdeutsche Städte eine grosse malerische 
Thätigkeit entwickelten. Ihnen und ihrer Bürgerschaft, 
welche im Kampf gegen den Adel damals ihre höchsten 
Kräfte entfalteten, gehörte überhaupt die Malerei im Wesent- 
lichen an, mehr jedenfalls als den Fürsten und Prälaten. 
Besonders scheint in Schwaben ein reiches Kunstleben ge- 
herrscht zu haben. Vielleicht gehören manche hin und wieder 
zerstreute oberdeutsehe Bilder, welche man jetzt bei dieser 
und jener Schule unterbringt, einer alten Augsburger Schule 
an, deren Existenz sich mit. einiger Sicherheit vermuthen 
12- lässt.  Weiter nach dem Schwarzwalde hin linden sich 
gothische Wandgemälde z. B. in der Kirche des Cistercienser- 
klosters Elaulbronn"), mit dem Datum 1424 und dem 
Namen des Malers Ulrich, wahrscheinlich einem Mönche 
desselben Klosters; dieselben stellen einen grossen St. Christoph, 
eine (stark verstürnmelte) Anbetung der Könige, und den 
'19) Da dieses Werk u. W. noch nirgends genauer besprochen ist, 
so glauben wir (nach leider ungenügenden Notizen und Erinnerungen) 
darauf aufmerksam machen zu müssen; weniger wegen seines nur be- 
dingten innern Wertlies, als weil es die weite Verzweigung des kölni- 
sehen Styles, und zwar, wie es scheint, mit Angabe des Malers belegt. 
Die Inschrift der äussern Flügel lautet: Hec tabula complcta est sub 
frrttrü Lilthelmo garcliano conventus istius. orale pro eo. amw do- 
mini 1424 sabbato ante domi-nicanz (lzaartam post pascha. Im Mittel- 
bilde knien am Fusse des Kreuzes zwei kleine Mönehsfigürchen mit 
Spruchbänder-n; auf dem einen der letztern steht: fwzißr Lutlzelamzs, 
auf dem andern: frater Hs. Dudstatlens; was wohl 011110 Zweifel 
Henriczzs zu lesen und auf den Maler zu beziehen ist, indem ausser 
dem Guardian sonst kein anderer Möneh Anlass gehabt hätte, sich zu 
nennen. Duderstadt liegt bekanntlich einige Meilen von- Göttingen 
gegen die güldne Au hin.  
w) Für dieses und das folgende Werk vergl. Grüneisen, Ueber- 
sichtl. Beschreibung, a. a. 0., Kunstblatt 1840, N0. 96 u. f.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.