Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1161967
Westphalen. 
Norddeutschland. 
285 
gemälde, welches einer lnschrift zufolge der frühern Zeit des 
XV. Jahrhunderts angehört und in der lllitte den Tod der 
BIa-ria, auf den Seitenbildern die Verkündigung und die An- 
betung der Könige darstellt, hat nur die allgemeinen Kenn- 
zeichen des Kölner Styles und ist in der Ausführung noch 
mannigfach unbeholfen.  Bedeutender ist ein zweites Ge- 
mälde, Welches die Krönung der Maria und auf den Seiten, 
in besonderen Abtheilungen, die beiden Patrone des Klosters, 
St. Augustin und die heilige WValburg darstellt. Hier ist die 
(lomposition des Bildes von grossartiger "Würde, der Aus- 
druck in den Köpfen voll Anmuth, die Gewandung in edlem 
einfachem Styl und. das Ganze erinnert bedeutend an die 
Weise des Bieister Wilhelm.  Zwei kleinere Gemälde, früher 
lflügelthüren eines Tabernakels, die heil. Dorothea und 
Ottilia darstellend, vermäihlen hiemit eine ausserordentliche 
Grazie, welche der Weise des Fra Giovanni da Fiesole in 
gewissem Grade verwandt ist.  
Ein ähnliches Verhaltniss, wie bei den genannten, findet 3- 
auch bei mehreren, in der Marienkirche zu Dortmund vor- 
handenen Gemälden (neutestamentliche Scenen in halber 
Lebensgrösse) statt, welche dort jedoch ihrem Untergange 
Preis gegeben sein sollen.  Von geringerer Arbeit sind die 
Flügel des Hauptaltars der dortigen Rainoldskirche, mit 16 
Darstellungen aus dem Leben Christi, und ein Bild des Ge- 
kreuzigten in der Paulskirehe zu Soest. Im Ganzen zeigen 
diese altwestfälischen Bilder lichte Färbung, schöne ovale 
Köpfe und einen grossartigen Faltenwurff).  Das Museum 4. 
von Berlin besitzt aus derselben Schule einen Christuskopf 
in einem goldenen, mantelförmigen Nimbus; zwölf andächtig 
betende Engelfigiirehen füllen, je zu dreien, die Ecken aus. 
Auch hier deutet die Behandlung mehr auf eine Einwirkung 
Wilhelms als auf Stephan, besonders die ungemein reich ver- 
sehrnolzene Modellirung des von oben beleuchteten Kopfes. 
Es sind schöne, sanfte Züge, welche in der Sinnesweise etwa 
99) Ueber andre westphälische Bilder 
vcrgl. Waagen D. Kstblatt 1850. S. 305. 
unter 
kölnischem 
Einfluss
        

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