Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1161814
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Buch II. Mittelalter. 
Der Norden. 
Goihischer Styl. 
2. Einem der erstern mag ein grosses Altarblatt auf Gold- 
grund im Museum zu Köln  der Gekreuzigte zwischen sie- 
ben Heiligen  angehören. Körperverhältnisse, Gewand- 
motive und manches Andere erinnert an Wilhelm, nuf fehlt 
das ideale Gefühl, die Würde der Stellungen, die hohe An- 
muth der Köpfe des letztern; die Engelchen, welche das Cru- 
eifix umsehweben, sind den seinigen äusserlich und ohne 
Grazie nachgeahmt; auch deutet eine gewisse Schwere in 
den Gewändern und eine grelle Körperlichkeit der Farbe auf 
einen noch vom alten Styl ausgehenden Maler hin.  Viel- 
leicht von derselben Hand ist ein Christuskopf auf dem 
Sehweisstuch, in der Sammlung des verstorbenen Dr. Kerp 
zu Köln, und ein Altarwerk des dortigen Museums, welches 
ebenfalls einen Gekreuzigten zwischen Pleiligen und auf den 
3. Flügeln abermals Heilige enthält.  Andern Zeitgenossen 
des Meisters darf man folgende Bilder zuschreiben: zwei Ta- 
feln aus einer Passion, Christus am Oelberg und Christus 
vor Pilatus, im Museum zu Köln, ausgezeichnet durch gross- 
artig alterthümliehe, etwa dem Giotto verwandte Gewand- 
motive ;  zwei Flügelbilder, ebenda, mit Verkündigung, Dar- 
stellung und Tod der h. Jungfrau, nebst vier Heiligen, etwas 
derb und kräftig;  zwei Tafeln im Quersehiff" von S. Cu- 
nibert zu Köln, mit mehrern Heiligen, u. a. m. 
4. Andere Meister erscheinen geradezu als Schüler und 
Nachfolger Wilhelms. Ein Altärehen im Besitz des Herrn 
Bauinspeetor von Lassaulx in Coblenz ist hier vor Allem 
interessant, indem es die Einseitigkeit und die Grösse der 
Schule nebeneinander offenbart. Das Mittelbild enthält die 
Anbetung der Könige, die Flügelbilder Heilige. WVährend 
nun in den Körperverhältnissen die grössten Mängel  be- 
sonders kleine Arme und grosse Köpfe  zum Vorschein 
kommen, sind die Gesichter von der höchsten Grazie und 
Schönheit in der Art des Wilhelm, dessen weicher Farben- 
schmelz hier ebenfalls auf das Glückliehste nachgeahmt ist. 
 Eine ganz andere Seite zeigt die Schule Wilhelms in 
einer grossen figurenreichen Kreuzigung des Kölner Museums. 
Hier überrascht hauptsächlich die xsnhlausgesonnene Anord-
        

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