Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1161784
Meister 
Wilhelm 
Köln. 
VOIL 
267 
in der Johanniskapelle des Domes zu Köln. Dieses um- 
fangreiche Altarwerk, welches aus einer Reihe von Nischen 
für (meist nicht mehr vorhandene) Statuetten und einem mitt- 
lern Raum für die Monstranz nebst doppelten gemalten Flü- 
geln besteht, stand früher auf der Empore der Nonnen in 
der ehemaligen St, Clarenkirche zu Köln, kam in der Folge 
in den Besitz der Gebrüder Boisseree, und wurde von diesen 
dem Dom geschenkt. Auf der Aussenseite der innern Flügel 
und auf der Innenseite der äussern sieht man eine grosse 
Reihenfolge heiliger Sccnen dargestellt, oberwärts, von einer 
etwas altern, weniger entwickelten Hand, die Passion; unter- 
Wärts, von der Hand des Wilhelm, die Geschichte der Maria. 
und des Christuskindes, in je 12 Bildern, und in der Mitte, 
auf der Thür des Tabernakels ein messelesender Priester; 
endlich sind auf den Aussenseiten der äussern Flügel noch 
Ueberreste von einem Gekreuzigten und vielen Heiligen auf 
rothem, goldblumigem Leinwandgrunde sichtbar, wahrschein- 
lich von einem Schüler des WVilhelmx). In den Passions- 
scenen erkennt man einen Künstler, der zwar das Bedürfniss 
nach einer höhern Richtung, nach einem unmittelbarem Aus- 
druck des Lebensgefiüils empfindet, sich jedoch von dem 
conventionell gothischen Style seiner Vorgänger noch nicht 
losmachen kann. Allem Anschein nach entriss ihn der Tod 
dem noch unvollendeten Werke, welches nun dem jüngern, 
schon auf seinem Höhepunkt stehenden Meister übertragen 
wurde. In der That haben die Bilder aus dem Leben der 
ßlaria und der Jugendzeit Christi ganz jene ideale Anmuth, 
jenen Weichen Fluss der Gewandung, jenen lieblich zarten 
Farbenschmelz, jene holde kindliche Naivetät, besonders im 
Ausdruck der rundlich geformten Köpfe, und zugleich jene 
schmächtige, nicht sehr energische Körperbildung, welche zu- 
gammen den Styl des Wilhelm charakterisiren. Die Aussen- 
bilder, welche der Meister (wie sich diess bei manchen Altar- 
werken nachweisen lässt) als das Unwichtigste einem Schüler 
Passavant, 
ü) Nähere Beschreibung bei 
land etc. S. 407 if-  
Kunstreise 
durch Eng-
        

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