Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1161574
246 
Buch TI. 
Mittelalter. 
D er Norden. 
Gothischer Styl. 
schmückenäf). Diese Handschrift stammt wahrscheinlich aus 
der Schweiz und ist in der ersten Hälfte des XIII. Jahrhun- 
derts geschrieben. Die Bilder erinnern im Aeussern der 
Behandlung an die Arbeiten der oberbairischen Schule um 
den Schluss des XII. Jahrhunderts, von welcher oben (5.51) 
die Rede War; auch sie bestehen aus einfachen Federzeich- 
nungen mit farbiger Ausfüllung des Hintergrundes,  so je- 
doch, dass hier schon mannigfach farbige Schattenangaben 
in den Gewändern vorkommen: im Style der Zeichnung ist 
indess die neue Richtung der Kunst, sogar mit einer gewissen 
3. manierirten Uebertreibung, ausgesprochen.  Weiter ent- 
wickelt zeigt sich dieselbe in den Bildern der aus dem Klo- 
ster Weingarten stammenden Minnesinger-Handschrift, in der 
königl. Privatbibliothek zu Stuttgart Sie stellen, zu An- 
fange eines jeden Dichters der Sammlung, dessen Bild in die- 
ser oder jener entsprechenden Beschäftigung dar, doch noch 
ohne sonderlich poetische Auffassung. Es sind einfach col0- 
4. rirte Zeichnungen.  Ungleich bedeutender sind die Bilder 
der berühmten Manesseschen Minnesinger-Iiandsehrift in der 
königl, Bibliothek zu Paris (um 1300)  Es sind ebenso 
die Darstellungen der einzelnen Dichter, zumeist in ähn- 
lichen Motiven wie die der vorigen Handschrift, so dass sie 
wohl nach diesen, oder mit ihnen nach gemeinsamen V or- 
bildern gearbeitet sein mögen. Aber wie bei den Bildern 
der Pariser Handschrift das Format grösser ist und eine mehr 
malerische Technik hervortritt, so spricht sich in ihnen auch 
zugleich ein zarteres Eingehen in die Situationen der ein- 
'17 Cod. gcrm. N0. 51.  Dibdin, a bibliograplzical etc. tour 1.11., 
p. 263.  hluseum 183-1, N0. 22, S. 170.  Die Bilder dieser Hand- 
schrift sind übrigens von zwei verschiedenen Händen. Nur die in der 
vordem Hälfte sind mit künstlerischer Sauberkeit ausgeführt und auch 
diese zum Theil, in der Weise der hintern, roh überschmieit. Zu 
letztern gehören die Bilder, welche in Aufsess" "Anzeiger für Kunde 
des deutschen Mittelalters" 1832, S. 222, mitgetheilt sind. 
Hi) Museum, a. a. 0., N0. 13, S. 99. 
w") Vgl. von der Hagen: über die Gemälde in den Sammlungen 
der altdeutschen lyrischen Dichter ete., Berlin 1844 mit Abb. (in den 
Schriften der k. Akademie der Wissenschaften.)
        

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