Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1161494
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Buch H. 
Mittelalter. 
Der Norden. 
Got-hischer Styl. 
und eingebramxtä").  Die alten Glasgernälde des Domes 
von Regensburg, ebenfalls aus dem XIV. Jahrhundert, 
sind ohne stylistische Bedeutung. Dagegen gehören zu den 
vorzüglichern diejenigen der Katharinenkirche zu Opp en- 
heim, um die Mitte desselben Jahrhunderts,  Uebrigens 
besitzt fast jede Kirche aus jener Zeit wenigstens einige 
Ueberbleibsel des ehemaligen Fensterschmuckes, indem sich 
auch beim entschiedensten "Wiillen nicht Alles vertilgen liess. 
Wo das Vermögen der Städte und der Stifte irgend hin- 
reichte, da, hatte man in den Kirchen die Chorfenster durch- 
aus und von den Fenstern der Schiffe so viele als möglich 
mit Gemälden versehen. Die im Obigen namentlichnnge- 
führten Werke sind aus einer so grossen Masse diejenigen, 
über deren Styl wir zufällig nähere Auskunft geben konnten. 
1. ä. 66. Sehr bezeichnend für die gothische Periode ist 
das Aufkommen der selbständigen Tafelmalerei, welche 
in der vorhergehenden Zeit mehr nur gelegentlich, als Zu- 
gabe und Einschluss anderer Kunstwerke Anwendung gefun- 
den hatte. Die goldenen und silbernen Relieftafeln der Al- 
täre Wurden im XIII. Jahrhundert ziemlich selten und kamen 
Q im XIV. fast ausser Gebrauchw); an ihre Stelle traten ent- 
weder geradezu gemalte Tafeln, oder (auf wichtigern Altären) 
vergoldete Statuen von Holz oder Stein, in einer grossen 
Einrahmung und mit Flügelthüren, welche bisweilen eine 
ganze Welt von Gemälden enthalten. Für die Privatandacht 
wurden sogar gemalte Tafeln jetzt fast durchgängige Regel. 
Man sieht leicht, Welche höchst wichtige Veränderung diess 
in der ganzen Kunst hervorbringen musste. Die Tafelmalerei, 
Welche auf eine nahe und genaue Betrachtung rechnen konnte, 
a") Vgl. H. Schreiber, das Münster zu Freiburg, 2. Aufl, Text- 
hefte 1., S. 42, und II, S. 10. 
 Wahrscheinlich weil Donatoren und Kirchenverwaltungen jetzt 
eine möglichst prachtvolle Anwendung der gothischexi Architektur dem 
Schenken und Aufsammeln schwer zu bewahrender Metallschätze vor- 
zogen. Ueberhaupt liegt in dem Emporkornmen des gothischen Bau- 
styles die (wenn auch oft verborgene) Quelle oder Veranlassung wich- 
tiger Modiüeationen in den übrigen Künsten.
        

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