Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1161488
Glasmalereien  
Kölner Dom. 
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Diesem ist jedoch die selbstständige künstlerische Bedeutung 
des einzelnen Glasgemäldes wesentliche untergeordnet. Die. 
Könige von Israel, welche die obern Fenster in langer Reihe 
einnehmen, zeigen im Styl eine Strenge und Einfachheit,  
einen lllangel an Ausbildung, welcher für den Anfang des 
XIV. Jahrhunderts beinahe befremdlich erscheinen darf. Es 
ist die einfachste musivische Zusammensetzung, auf Welche 
mir Wenige Details, wie z. B. die Bezeichnung der Gesichts- 
theile, einzelne Gewandmotive, u. dgl. innen mit schwarzer 
Farbe aufgemalt. sind. Schon etwas Weniger schematische 
Strenge und mehr Anmuth und Feinheit zeigt sich in der 
Anbetung der Könige, Welche das Mittelfenster einnimmt. 
Üebrigens offenbart sich auch in dem decorativen Theile die- 
ser Fenster eine gewisse Beschränkung und Bilässigung: die 
Baldachine über den Gestalten sind nämlich nur sehr niedrig 
und wenig entwickelt, sodass für die ganze obere Hälfte 
bloss das bunte Teppichmuster in seiner kaleidoscopischen 
Pracht herrschend bleibt, während bekanntlich in den spätern 
Werken des XIV. Jahrhunderts der Baldachin zu einem 
hohen, durchsichtigen Thurmbau wird, der sich weiss oder 
gelb von dem dunkelblauen, purpurnen etc. Teppichgrunde 
abhebt. Ausserdem ist auch in den Kapellen des Chorum- 
ganges noch ein grosser Theil der alten Glasmalereien vor- 
handen, besonders vollständig diejenigen in der Kapelle der 
h. drei Könige. Styl und Behandlung sind hier den vorge- 
nannten völlig entsprechend.  Die ältern Glasgemälde im g_ 
Schiff des Münsters zu Freiburg im Breisgau, welche 
hauptsächlich aus der ersten Hälfte des XIV. Jahrhunderts 
stammen und meist heilige Scenen (doch auch einiges Welt- 
liche, wie z. B. Abbildungen aus "dem Bergbau) in kleinerm 
Maßstab (larstellen, tragen noch durchgängig die Wappen 
der städtischen Zünfte, welche sie gestiftet. Einige grössere 
Heiligenfiguren zeigen eine schlichte Durchführung im Sinne 
der Miniaturen, wobei Farben und Linien wenigstens in 
ornamentistischem Sinne vortrefflich wirken. Umrisse und 
Details sind, wie fortan durchgängig, von innen aufgetragen
        

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