Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1161465
Glasmalerei en. 
Kölner Dom. 
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zugsweise zu halten haben. Leider ist unglaublich Vieles 
von dieser Gattung untergegangen und das noch Vorhandene 
vielfach mit weissem Glase ausgeflickt worden. Was sich 
erhalten hat, wurde in den meisten Fällen bloss aus Scheu 
vor den Kosten neuer Fenster geschont. 
Auf der Schwelle des gothischen Styles stehen die gegen 2. 
Mitte des XIII. Jahrhunderts entstandenen Fenster in Chor 
und Querschiff" von S. Cunibert zu K ölnäk), theils biblische 
und legendarische Begebenheiten, teppichartig von buntem 
Arabeskenwerk umschlossen, theils einzelne Heilige enthal- 
tend. In Ürnamenten und Figuren ist noch die romanische 
Grundlage unverkennbar, aber der leichte und mannigfach 
bewegte Schwung in den einzelnen Formen gestaltet sich hie 
und da bereits zu wirklich gothischen Motiven.  Einen 3. 
noch entschiedenern Üebergang zu den Eigenthümliehkciten 
des gothisehen Styles lassen die saubern Glasmalereien in dem 
inittlern Chorfenster der Kirche zu Heimersheim an der Ahr 
erkennen, welche auf der einen Seite biblische Scenen, auf 
der andern zwei kleinere und über diesen zwei grössere Hei- 
ligenfiguren enthaltena").  Die sehr entstellten Fenstermale- 4. 
reien im Chor der Elisabethkirche zu Marburg (Mitte des 
XIII. Jahrhunderts) sind in Betreff des Figürlichen von ge- 
ringem Belang, im Ürnamentistischen dagegen reich und 
merkwürdig, wie sich denn z. B. ein umständlich behandelter 
Mävander auf blauem Grunde vorfindet. (Auch die Kirche des 
nur wenige Meilen entfernten Grünberg zeichnet sich durch 
herrliche decorative Glasgemälde ausHl"); ähnliches in den 
altern Fenstern der Kirche von Altenberg bei Köln.)  
Einen strengen und grossartigen Styl zeigen die in der zwei- 5. 
ten Hälfte des XIII. Jahrhunderts verfertigten G-lasgemälde 
ü) Abbildung eines Fensters bei S. Boisserde: Denkmale der 
deutschen Baukunst am Nieden-hein etc. 
M?) Abbildung des Fensters bei F. H. Müller, Beiträge zur teut- 
sehen Kunst- und Geschichtskunde durch Kunstdenlzrnale, L, N0, IX, 
Ein Werk, welches auch sonst gute colorirte Abbildungen von Glas- 
gemälden enthält. 
h") Proben bei Moller, Denkm. d. deutschen Baukunst, Taf, 30,
        

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