Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1161369
Malereien 
im 
Dom 
Zll 
Köln. 
225 
und die Schmerzensmutter mit dem Leichnam ihres Sohnes, 
rechts Kreuzabnahme und Grablegung angebracht._ Von den 
sehr zerstörten Wandbildern der Hauptnische und ihres Vor- 
raumes waren noch die Visitation und die Geburt Christi 
zu erkennen, welchen wahrscheinlich die Verkündigung und 
die Anbetung der Könige gegenüberstanden. Endlich ent- 
hielt die Halbkuppel der Hauptnische eine Darstellung Gottes 
des Weltschöpfers; ein Gegenstand, welcher der abendlän- 
dischen Kunst nie fremd gewesen war. Ein ähnliches, oben 
erwähntes, Gemälde in der Chornische der Abtei Fulda, vom 
Ende des X. Jahrhunderts, War mit einer Inschrift umgeben, 
welche die Hauptfigur gradezu als „den alten Ürgrund der 
Zeiten, als "Quelle aller Dinge" bezeichnete f). Ebenso 
mochte auch im vorliegenden Falle dieser Gegenstand als der 
höchste und feierlichste von allen für den heiligsten Raum 
des Gebäudes aufbehalten sein, und wir hätten dann einen ge- 
steigerten Gedankengang, welcher mit dem letzten Geschick 
der Menschheit begönne, dann zur Fürbitterin Maria, von 
dieser zur irdischen Geschichte des Erlösers und endlich zu 
der Fülle der Gottheit überginge; die PIeiligengestalten an 
den Wänden würden dann als Sinnbilder der sichtbaren 
Kirche das Ganze abschliessen; Jedenfalls war die Dar- 
stellung in der klalbkllppel, soviel die Zerstörung davon übrig 
gelassen, von höchst eigenthümlicher Art. Ueber die Bedeu- 
tung der aufrecht stehenden, bekleideten, männlichen Haupt- 
figur konnte kein Zweifel walten, während die umgebenden 
Figuren, ein weisser Bär, eine Schlange, ein Stier und eine 
vierte unkenntliche, eine bedeutende Schwierigkeit erregen. 
Wahrscheinlich sollten sie die Elemente versinnlichen, der 
Bar das WVasser, die Schlange (als Salamander) das Feuer, 
der Stier die Erde, und das vierte Thier (etwa ein Vogel) die 
Luft H). Auf diese Weise wäre zugleich die erste Schöpfung 
m) glausula, fons q-grum, dominans antiqua (Zier-um, etc. S. Fio- 
rillo a. a. O. I, S. 52. 
H) Vgl. Schnaase a. a. O. S. 2103 In dem Gemälde zu Fulda. 
nahmen die vier Zeichen der Evangelisten diese Stelle ein.  
Fio 
Kugler Malerei I.
        

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