Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1161262
Frankreich. 
Glasgemälde. 
Miniaturen. 
215 
Styles befinden sich in St. Denis, in den Kathedralen von 
Clermont, Bourges, Rheims, u. a. a. O. Die der letztgenann- 
ten Kathedrale, der Krönungskirche des alten Frankreichs, 
enthalten lange Reihen von französischen Königen und Erz- 
bischöfen. Eine Anzahl merkwürdiger Uedaillons in den 
Fenstern des Domes von Chartres stellen die verschiedenen 
Künstler und Arbeiter in ihrer Beschäftigung bei dem Bau 
und der Ausschmückung der Kirche dar. In der Sainte- 
chapelle zu Paris bestehen die altern Glasgemäilde (XIII. 
{lahrhunderti aus kleinen figürlichen Compositionen auf reich- 
stem Teppiehgrunde; die Fenster der WVestseitc sind aus spä- 
terer Zeit (um 1400) und zeigen eine etwas freiere Entwicke- 
lung. Hauptsächlich um der Pracht seiner Fenster willen ist 
diess Gebäude sprichwörtlich geworden. 
In der hliniaturinalerei War {Frankreich Während 3_ 
dieser Epoche allen andern Ländern voraus, nachdem noch 
in der romanischen Zeit die deutschen Miniaturen offenbar 
das Uebergewicht behauptet hatten. Paris War notorisch der 
Tlauptplatz für diese Kunstübung des „Illuminirens"k) 
 ein bezeichnender Ausdruck, insofern die mit der Feder 
gezeichneten Umrisse bloss mit Deckfarhen ausgefüllt oder 
colorirt, und dann die einzelnen Theile, die Züge des Ge- 
sichtes, die Gewandfaltcn u. s. w. meist nur linearisch in 
Schwarz drübergezeichnet wurden, Worauf man höchstens 
noch einige Lichter aufsetzte. Erst vom XIV. Jahrhundert 
an werden helle, gebrochene Farben aufgelegt und mit der 
dunklern Localfarbe zarter verschmolzen. Die vielen Schwan- 
kungen in der Technik der Miniatoren seit dem V. Jahr- 
hundert. dürfen nicht zu sehr befremden, da in diesem Fache 
Einwirkungen und Traditionen aller Art sich mit dem unbe- 
schränkten subjektiven Belieben kreuzten. Wurde doch bis- 
weilen in Miniaturen selbst die Behandlungsweise der Glas- 
malerei niit ihren starken Bleicontouren nachgeahmt. 
ß) Dantmpurgatorio XI, Vs. S0: 
    jene Kunst, 
Die in Paris alluznz'nav' genannt wird.
        

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