Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1161243
Französische 
Malerei. 
Glasgärnälde. 
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artigen Ornamenten zu schmücken. In wie weit die neu- 
liehen Restaurationen letzterer Art in der Sainte-Chapelle zu 
Paris und im Chorumgang von St. Denis der einstigen Be- 
malung entsprechen, ist hier nicht weiter zu erörtern. Ausser- 
dem gab es fortwährend an Kirchen und Klöstern ansehn- 
liche Kreuzgiinge, in Schlössern grosse Hallen zu verzieren, 
nur ist auch von diesen Arbeiten Weniges auf unsere Zeit 
gekommen. 
Auch über französische Tafelmalerei des gothischen Sty- 4- 
les sind wir nicht besser unterrichtet. Der ganze Louvre 
enthält vielleicht kein einziges französisches Bild, welches 
älter wäre als das XVI. Jahrhundert (einige Arbeiten bur- 
gundiseher Herkunft ausgenommen), sei es dass die Unglücks- 
fälle Frankreichs im XIV. Jahrhundert diesen Kunstzweig 
besonders hemmten, oder, was wahrscheinlicher, dass die Pe- 
riode des Cfassicismus und die Revolution ihren Vertilgungs- 
krieg hier planmässiger und mit grösserem Erfolge durch- 
führtenek). 
Dagegen sind Glasgemältle und Miniaturen massenweise 
erhalten, und auch von mittelalterlichen Teppichen mehr als 
in andern Ländern. 
Die Glasgemälde des XIII. und XIV. Jahrhunderts 5. 
zeichnen sich hier wie überall durch eine gewaltige Tiefe und 
Gluth der Farbe aus. Allerdings besass man nur eine be- 
schränkte Anzahl von fast lauter ungebrochenen Farben l") 
und wusste nur ziemlich kleine Scheiben zu bereiten, sodass 
jedes Fenster die mühsamste Mosaikarbeit erforderte. Schat- 
ten und Modellirung wurden mit Schwarz aufgezeichnet und 
(oft nicht. sehr solid) eingebrannt. Was jedoch diesen Arbei- 
 Das Museum im Hötel de Cluny enthält kein Bild französischen 
Ursprungs, was auch nur angeblich über das XV. Jahrh. hinausreichtc; 
ein Fragment (Köpfe v. Heiligen) aus dem XII. ausgenommen. v.Bl. 
er?) Beiläufig muss hier erwähnt werden, dass die Glasmalerei des 
XIII. und XIV. Jahrhunderts ein Rosaroth für die nackten Theile 
besass, welches im XV. Jahrhundert fast völlig verschwindet, worauf 
ein gewöhnliches weisses Glas an dessen Stelle tritt. Erst im 
XVI. Jahrhundert beginnt wieder eine Fleischfarbe.
        

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