Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1161234
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Buch II. Mittelalter. DerNorden. 
Gothischer Styl. 
äös. 
XIII. Jahrhunderts offenbar hinter den deutschen zurück, 
allein die hohe Schönheit und relative Vollendung einer gan- 
zen Reihe von Sculpturen an französischen Kathedralen seit 
der Mitte des XII. Jahrhundcrts, welche mehr oder weniger 
dem neuen Styl angehören, berechtigt doch zu einem ana- 
logen Schlusse. Dahin gehören z, B. die altern Bildwerke 
des Domes von Chartres, die vordern Sculpturen am Dom 
von Amiens, die Reliefs an der Binnenmauer des Chores von 
Notre Dame in Paris, und das ältere Nordportal der Rheim- 
ser Kathedrale 
Wir würden vielleicht Wandmalereien von entsprechen- 
dem Werthe namhaft machen können und die Prioritätsfrage 
hier wie in der Architektur zu Gunsten Frankreichs unzwei- 
felhaft entscheiden müssen, wenn uns über die in den letzten 
Jahren entdeckten anscheinend „sehr alten" Fresken in den 
Domen von Auxerre und Autun, in den Abteien von Veze- 
laty. und Charlieu, in St. Jean zu Poitiers, S. Cecile zu Albi, 
Notre Dame in Puy, u. a. m. irgend genügende Nachrichten 
3. vorlägen   Mochte auch in den Kirchen gothischen Styles 
die Grösse und der bunte Schmuck der Fenster den Wand- 
malereien Platz und Licht schmälern,  man fuhr gleichwohl 
fort, jede irgend dazu geeignete Stelle der Wände, oft auch 
die Gewölbe und hie und da selbst die als Pfeiler dienenden 
mit 
Säulenbündel 
heiligen 
Gestalten, 
wenigstens 
teppich- 
mit 
e) Für das wallonische Belgien gäbe das herrliche 'l'aufbecken von 
St. Barthelemy in Lüttich, wenn es wirklich schon 1112 gearbeitet ist 
(wofir gute Beweise vorliegen), einen sehr frühen Anhaltspunkt, indem 
seine Reliefs, wenn nicht dem gothisehen, doch einem sonst kaum vor- 
kommenden überaus reinen und edeln romanischen Styl angehören. 
Vgl. Didron, Annales archäol. Juliheft 1846. 
H) Man findet die eben gegebene Aufzählung in Didron: Annalos 
archäologiqvavs, Septemberheft 1545, unter den Melanges. Zahlreiche 
andere Werke mögen noch über ganz Frankreich zerstreut sein, aber 
sie finden neben den Miniaturen und den Glasgemälden nicht die 
gehörige Gunst und Berücksichtigung. Ausserdeln lässt Sich die fran- 
zösische Kunstgelehrsamkeit bei Gegenständen des Mittelalters über- 
haupt nieht gerne auf eine eindringliche Schilderung des Styles und 
seiner Einzelheiten ein, so dass wir gerade hier eine empfindliche 
Lücke finden.
        

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