Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1161226
Zusammenhang 
mit 
der 
Architektur. 
211 
gothisch, sind freilich conventionell, die erste wiederum ein we- 
nig schielend, die andere völlig nichtssagend (indem man, bei 
einseitiger Vverthschätzung antikisirender SrylfOYmSU, mit denl 
Namen des Gothisehen nur den Begriff des Barbarischen ver- 
band); es erscheint indess wenig gerathen, durch Erfindung 
von abermals neuen Benennungen, deren Angemessenheit 
nicht minder in Frage kommen möchte, zu neuer Begriffs- 
Verwirrung Anlass zu geben" 
Im XIII. Jahrhundert zeigt sich dieser gothische Styl in 4. 
seinen Eigenthümlichkeiten noch auf eine mehr grelle, im 
Einzelnen der Carieatur sich annähernde WVeise, wie solches 
überall bei neu hervorbrechenden Entwickelungsproeessen der 
Fall ist, Wo es den Kampf mit. einem frühern, durch Verjäh- 
rung Berechtigten, gilt, und wie es hier durch die noch immer 
sehr befangene Technik und durch die somit erfolgte Anwen- 
dung der schärfsten, handgreiüichsten Darstellungsmittel na- 
türlich nur erhöht werden musste. Im folgenden Jahrhundert 
mildern sich diese Uebertreibungen, und treten die künstle- 
rischen Absichten der Zeit in einer ungleich reineren, edleren 
Weise hervor. Der Schluss dieses Jahrhunderts und der Be- 
ginn des folgenden feiert die Blüthe des gothischen Styles. 
 Es scheint, als ob mit. dieser Entwickelung auch eine Ver- 5. 
änderung im äussern Dasein der Künstler vorgegangen wäre; 
bei dem bedeutenden Aufschwung der Städte geht die Kunst 
jetzt grossentheils in weltliche, bürgerliche Hände über, wenn 
sie auch daneben in Klöstern und Stiften fortlebt. 
ä. 58. In Frankreich, und zwar in dem nördlichen Theile 1. 
des Landes, ist die eigentliche Entwickelung des gothischen 
Bausystems zu suchen; hier dürfen wir auch das erste Auf- 
treten des entsprechenden Styles der Malerei vermuthen. 
Zwar stehen die französischen Miniaturen vom Anfange des 
4') Anmerkung Kuglers zur dritten AuHage des "Handbuchs der 
Kunstgeschichte" Th. II. S. 3 (Einleitung) Wir haben im Sinn des ver- 
ewigten Verfassers zu handeln geglaubt, wenn wir auch in vorliegen- 
dem Werk zu den ältern Bezeichnungen, namentlich dem "Gothisch" 
zurückkehrten. v. Bl. 
14a
        

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