Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1161154
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Buch II. Mittelalter. DerNorden. Romanische!" Styl. 
reien, und der kostbare Stoff hat sich auch hier 
fährlichste Feind des Werkes selbst erwiesen. 
als 
der 
1_ S. 54. Die Emailarbeit dieser Zeit berührt unsere 
Aufgabe nicht näher, da sie fast nur die Ornamente, Friese, 
Gründe u. s. w. an goldenen Altartafeln und Reliquienkasten 
geliefert hat, Während das Figürliche entweder plastisch oder 
doch nur in sehr einfacher Linearzeichnung dargestellt wurde. 
Dass das Email seit den römischen Zeiten in Gallien ein- 
heimisch und in Uebung geblieben, wird durch das in Tour- 
nay gefundene Schwert und die Mantelverzierungen des 
Frankenfürsten Childerich (Chlodwigs Vater) wahrscheinlich, 
Welche einen rothen Glasiluss auf goldenem Grunde zeigen; 
auch die schon erwähnte Grabplatte Fredegundens halt ge- 
2. wissermassen die Mitte zwischen Mosaik und Email. Doch 
scheint erst nach der karolingischen Epoche, ohne Zweifel 
von Byzanz aus, ein neuer Antrieb in diesem Kunstzweige 
geweckt worden zu sein; wenigstens beginnen jetzt wieder er- 
weislich datirte Arbeiten, auch stimmt die Technik des abend- 
ländischen Emails, besonders seine tiefen leuchtenden Far- 
ben, mit dem echt byzantinischen (z. B. der Tafel von S. 
Marco) völlig überein, wenn auch der Auftrag roher und un- 
beholfener ist. Hie und da findet man hletallfiguren roma- 
nischen Styles, welche ganz oder theilweise mit Emailfarben 
colorirt sind. Frühe schon erscheint die Gegend von Limo- 
ges als ein Mittelpunkt für alle Emailarbeiten. Nach der 
grossen Anzahl von derartigen Werken, welche sich am Nie- 
derrhein vorfinden, scheint auch dort dieser Kunstzweig eine 
namhafte Blüthe gehabt zu haben. 
1_ g. 55. Endlich hat das XII. Jahrhundert die ältesten 
noch vorhandenen Werke der G l a s m al e r e i hervorgebracht 
Ueber dem Ursprung dieser Kunstgattung liegt vor der Hand 
noch ein undurchdringliches Dunkel, indem es sich nicht aus- 
 Vgl. M. A. Gessert, Geschichte der Glasmalerei etc. von ihrem 
Ursprung bis auf die neueste Zeit. 1839. in 8.  Fiorillo, a. a. O. I. 
S. 197 u. f.  Emäric-David, a. a. O. S. 79.  Kunstblatt 1842, N0. 
101 u. f. und 1843, N0. 1u2 u. f. (Thävenot: über Ursprung, etc. der 
G. in Frankreich.)
        

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