Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1161116
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Buch II. Mittelalter. Der Norden. Romanischer Styl. 
stamfnend, jetzt im Provinzialmuseum zu Münster, stellt 
Christus auf dem Regenbogen thronend und vier Heilige zu 
seinen Seiten darf). Einzelne zerstreute Ueberreste dieser 
Art dürften sich noch an manchen Orten bei fleissiger Nach- 
forschung vorfinden. 
1.  ä. 53. Von den mit der Malerei nahe verwandten Kunst- 
gattungen der Teppichwirkerei, Emailarbeit und Glasmalerei 
können wir hier nur die allgemeinem Thatsachen in Kürze 
berühren. 
Die christliche Kirchenbaukunst hatte schon von Anfang 
an die Vorhänge an Thüren und Altären, die Teppiche an 
den Wänden und die Gewänder der Priester mit möglichstem 
Glanze ausgestattet. Die Biographien der frühern Päpste, 
Welche unter dem Namen des Anastasius Bibliothecarius ge- 
sammelt sind, erwähnen eine Menge Weihgeschenke dieser 
Art, nur lässt sich im einzelnen Falle selten ermitteln, ob es 
sich um Figuren oder blosse Ornamente, um eingewirkte 
oder bloss eingestickte Arbeit handelt. Ersteres darf man 
voraussetzen, wenn dieselbe einfache Figur sich viele 
Male wiederholte, wenn z. B. ein Gewand mit lauter 
Löwen, oder Greifen, oder Adlern, oder Einhörnern etc. be- 
deckt war. (Vgl. Anast. Bibl. 103, 107, bes. 111: Vela serica 
aquilata, vela ser. leonata, irn J. 8255.) hVahrscheinlich wurde 
die WVirkerei mehr von Männern, die Stickerei mehr von 
Frauen, meist von Nonnen betrieben, auch konnte erstere, 
der schwierigen Technik wegen, Anfangs nur sehr einfache 
Zeichnungen in zwei bis drei Farben darstellen, während 
letztere schon frühe die reichsten Compositionen in Gold und 
2. bunter Seide wiederzugeben im Stande war. Von der figürl. 
WVirkerei des Nordens finden sich zuerst im X. Jahrh. deut- 
liehere Spuren; im Kloster St. Florent zu Saumur woben die 
Mönche um das Jahr 985 sog. Dorsalien von Wolle, welche 
rothe Vögel u. a. Thiere auf weissem Grunde enthielten, und 
ü) Vgl. Becker: „Ueber die altdeutschen Gemälde aus dem ehe- 
maligen Augustinerkloster St. Walburg zu Soest." Museum 1835, No, 
47, S. 374. ,
        

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