Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1161103
Tafelbilder. 
Teppiche. 
199 
auf 
der 
Bibliothek 
des 
Arsenals: 
das 
Gebetbuch 
der 
M utt er 
des heil. Ludwig) nicht von besonderm Belang.  In denli- 
gleichzeitigen englischen Miniaturen derselben kaiserl. Biblio- 
thek (zwei Bibeln) sind die Erfindungen, wo nicht frühere 
Vorbilder zu Grunde lagen, ziemlich lahm und geistlos, die 
Zeichnung schematisch wie in der vorigen Periode, die Farben 
dagegen von einer Schönheit und Mannigfaltigkeit wie sonst 
damals bei keiner andern Nation, ein Vorzug, welcher in den 
Initialen einer grossen Bibel der Bibliothek von Ste. 
Genevieve in Paris seine höchste Ausbildung erreichtf). 
g. 52. Tafelbilder des romanischen Styles sind schon 1. 
idesshalb sehr selten, weil der Altarschmuck noch nicht aus 
Gemälden, sondern fast durchgängig aus Werken der Sculp- 
tur bestand, namentlich aus prachtvollen goldnen und silbernen 
Tafeln von getriebener Arbeit; für den Privatgottesdienst 
mochte hauptsächlich das Elfenbein in Anspruch genommen 
Werden. Am ehesten ergab sich Gelegenheit zur Tafelmalerei, 
wenn die Bretterthüren (ostia), womit man jene Altarreliefs 
gewöhnlich verschloss, auf würdige Weise ausgeschrnückt 
werden sollten; nur sind diese Thürfiügel gar zu oft bei der 
Einschmelzung des Metallwerkes ebenfalls zu Grunde ge- 
gangen. In der Nicolaikapelle des Domes zu Worms befinden 
sich noch zwei Tafeln dieser Gattung, einzelne Heilige auf 
einem reliefartig (lamascirten, vergoldeten Kreidegrund, ein- 
fache, ruhige Gestalten, deren Styl auf den Anfang des XIII. 
Jahrhunderts schliessen lässt  Ein anderes Tafelbild 2. 
romanischen Styles, aus dem Kloster St. Walburg zu Soest 
'39) Für die neu erwachende Naturauffassung in ihrem Kampfe mit 
der Phantasterei geben drei sogen. "Bestiarien" rThiei-bücher) der Univ. 
Bibl. zu Cambridge Aufschluss. Neben Centauren u. a. Fabelgeschöpfen 
findet man hier den Charakter der wirklichen Thiere oft in grosser 
Schärfe aufgefasst. Die Handschriften gehören dem XII. und dem 
Anfang des XIII. Jahrhunderts an.  Vgl. Waagen a. a. O. II, S. 530. 
WM) Heber die Bemalung solcher Altarflügel vgl. Theophilus pres- 
byter, lib. I. cap. 17. In vielen Fällen scheint man sieh mit einem 
einfachen Anstrich begnügt zu fhaben, zumal bei geringem Altären, 
deren Inneres bloss aus Stein- oder Holzsculptur bestand.
        

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