Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1161005
Deutsche Miniaturen. 
Erste Hälfte des XII. Jahrh. 
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in denen es vornehmlich auf naturgemässe Auffassung ankam, 
dürften für die Kunstgeschichte, falls die Handschrift noch 
erhalten ist, von Interesse sein.  Von roher Arbeit sind die 3, 
gleichzeitigen Bilder eines Gebetbuches und eines Sacramen- 
tariums in der königl. Bibliothek zu Paris i). Für das Sinken 
der Kunst in der ersten und deren Aufschwung in der zwei- 
ten Iliilfte des XII. Jahrhunderts legen dort der Psalter des 
Notker Labeo (St. Gallen) hier ein Manuscript (aus Salz- 
burg) in München und ein Psalterium der Hamburger Stadt- 
bibliothek Zengniss ab H). 
Im XII. Jahrhundert mehren sich die mit solchem 4- 
Schrnucke versehenen Handschriften in sehr bedeutender Weise. 
In einigen ist die Behandlung der Bilder flüchtiger, die Auf- 
fassung mehr kümmerlieh und ohne sonderlichen Geist; in 
andern tragen die Gestalten trotz der strengen Stylisirung, 
das Gepräge einer stillen, ernsten WVürde. In einigen sieht 
man mehr Federzeichnungen und nur einzelne Theile der 
Darstellung leicht mit Farben ausgefüllt; in andern eine sorg- 
fältig durchgeführte Malerei und das Bestreben, die Gestalten 
durch Schatten und Licht zu runden und aus der Fläche zu 
erheben. Die Mehrzahl dieser Bilder, wie namentlich die in 
den Evangeliarien befindlichen, enthalten im Wesentlichen 
nur einzelne Gestalten von Heiligen und ausserdem nur einen 
mehr oder minder reichen Schmuck verschiedenartigen Orna- 
mentes; bei vielen andern fehlt es jedoch auch nicht an Dar- 
stellungen mannigfaltiger und eigenthümlicher Art, und  
namentlich tritt hier wieder, in mehr oder minder bedeut- 
Samen Allegorien und symbolischen Bezügen, die innere 
geistige Thätigkeit der Künstler hervor.  Sehr interessante 5. 
Beispiele für dieses Element der künstlerischen Symbolik ent- 
hält ein prachtvolles Evangelienbuch in der Hofbibliothek 
zu München, aus dem Kloster Niedermünster zu Regensburg 
4') Vgl. Waagen, a. a. Ü. III, S. 268 u. HÄ, bes. S. 276. Üeber 
bayerische Handschriften aus der zweiten Hälfte des XI. Jahrhunderts, 
aber noch im ältern Styl gehalten. Derselbe D. Kstblatt m50. S. 129. 
m") Waagen im D. Kstbl. 1850. S. 1-18.
        

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