Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1160993
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Buch II. 
M itfelal ter. 
Der Norden. 
Romanischer Styl. 
die Unkosten scheuen"!  Allerdings mochten die Kapitel- 
sälc, wie der von Brauweiler, einen ernsten, religiösen Bilder- 
kreis länger beibehalten als die Kemenaten und Gänge. 
1- g. 50. Für die Entwickelung des Styles sind indess 
auch hier die Miniaturen die besten Ürkundenx), obschon 
sie kein vollgültiges Bild desselben gewähren. Das phan- 
tastisch-dramatische Leben z. B., Welches sich in den Minia- 
turen des XI. und XII. Jahrhunderts oft durch gewaltsame, 
bis zur Verrenkung übertriebene Bewegungen ausspricht, die 
Abenteuerlichkeit mancher Erfindungen, die Anwendung des 
Zeitcostüms selbst auf heilige Personen, der runde Typus 
des Gesichtes mit den sehr kleinen Einzeltheilen  diess 
Alles mag in der Monumentalmalerei viel weniger,  zum 
Theil nur andeutungsweise vorhanden gewesen sein, indem 
der Kirchenmaler sich nicht so flüchtig und frei gehen lassen 
konnte wie der Miniator.  Das Bedeutendste sind hier die 
in Deutschland entstandenen Miniaturen. Neben jenen 
lWIünchner und Bamberger Handschriften aus der Zeit Hein- 
richs II. haben sich andere aus dem XI. und XII. Jahr- 
hundert erhalten, Welche den romanischen Styl nach allen 
2- Seiten charakterisiren. Zunächst ist hier ein von Ellinger, 
Abt von Tegernsee, gefertigtes Evangelienbuch, in der Hof- 
bibliorhek zu München befindlichH), anzuführen, welches die 
Bilder der Evangelisten in strenger Zeichnung, mit geraden, 
einfachen Falten der Gewandung und in sauberer Malerei, 
enthält. Ellinger regierte von 1017 bis 1048 und stiftete sich 
durch künstlerische Unternehmungen ein ehrenvolles Gedächt- 
niss in seinem Kloster, wie er z. B. die Gruftkirehe desselben 
erweitern und deren Gewölbe ausmalen liess  In einer 
Ilandschrift des Plinius soll er die im Text beschriebenen 
Thiere an den Rand gezeichnet haben; diese Zeichnungen, 
ü) Ueber ein merkwürdiges Exemplar von Tafelmalerei, ein Ante- 
pendium zu Lüne (bei Lüneburg) s. Waagen, D. Kstbl. 1850. S. 148. 
M) Cod. Zat. membr. c. p. N0. 31.  Museum a. a. O. S. 164. 
96m6) Vgl. Günthner, Geschichte der literarischen Anstalten in 
Baiern, S. 192.
        

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