Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1160944
Erhaltene 
deutsche 
YVandmalereien. 
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tyrer, zum Theil vpn architektonischen Ornamenten einge- 
rahmt; einfach colorirte Umrisszcichnungen mit kräftigen 
Scliattenstrichen auf fein verputztem höchst dauerhaftem 
Grunde, nur die Köpfe der colossalen Gewölbtiguren zu 
BIethler zeigen eine Schattirung"). 
1m Dom von Worms erblickt man noch zahlreiche Spu- 6. 
ren ehemaliger Fresken an den Wänden; erkennbar ist je". 
doch ausser den sehr verstümmelten Gestalten des Petrus 
und Paulus nur ein riesiges Madonnenbild strengen Styles im 
nördlichen Kreuzflügel, welches die halbe Höhe bis zum Ge- 
wölbe des Hauptschifes erreicht.  Eine Menge alter Ylfand- 7. 
malereien sind bei der neulichen Restauration in der Lieb- 
frauenkirche in Halberstadt theils unter der Tünche zum 
Vorschein gekommen, theils schon früher bekannt gewesen 
Zu den letztern gehören diejenigen der Nebenkapelle sub 
claustro: die Madonna stehend zwischen vier Aposteln, Wei- 
ter unten vier Bischöfe, wenig bewegte Figuren von roher 
Zeichnung, mit einförrnig gefalteten Gewändern, auf dunkel- 
blauem Grunde, im romanischen Style des XII. Jahrhunderts 
ausgeführt. In der grossen Chornische enthielt die Halbkup- 
pel eine (sehr zerstörte) Madonna auf dem Throne, zwischen 
sechs anbetenden Heiligen; weiter unten, zwischen den Fen- 
stern, in Nischen eingefasst, sieht man vier Bischöfe, Welche 
vielleicht schon beim Bau der Kirche gemalt Wurden, jetzt 
aber, nach mehrfacher Üebermalung, nur als trefflliche Arbei- 
ten des XV. Jahrhunderts gelten können; noch weiter ab- 
wärts folgen vier beinahe zerstörte aber sicher uralte Rund- 
bilder von zweifelhaftem Inhalt. Auch hier ist Alles auf dun- 
kelblauem Grunde gemalt," welcher damals im Norden über- 
haupt den früher mehr üblichen Goldgrund verdrängt zu ha- 
i?) Näheres über obige und andre Malereien derselben Gegend siehe 
in W. Lübke: Die mittelalterliche Kunst in Westphalen; Leipzig bei 
T. O Weigel. (Ein Auszug im D. Kstblatt. 18,33. S. 565 nebst einer 
Abbildung, Durchzeiehnungen im Berliner Kupferstichcabinet.) 
w) Vgl. den betreffenden Aufsatz von v. Quast, Kunstblatt 1815, 
N0. 22-56. Diese Malereien sind in neuester Zeit vollständig aufge- 
frischt, resp. neugemalt- worden.
        

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