Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1160899
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Buch II. 
Mittelalter. 
Der Norden. 
Bomanischer Styl. 
 Heribert (T IÜGO) und Roger; in dem kunstliebenden Kloster 
Lobbes an der Sambre malte der Mönch Bernhard die Kirche 
aus, nachdem schon um 980 der dortige Abt Folcuin unter 
der künstlerischen Leitung des Bischofs Notger von Lüttich, 
eines ehemaligen Sangallensers, die Chornische und die Decke 
hatte malen lassen. Üm 1130 liess der berühmte Abt Suger 
von S. Denis, dem wir noch weiterhin begegnen werden, 
einen Theil der dortigen Kirche durch die besten Maler, die 
er im weiten Umkreise finden konnte, mit Figuren auf Gold- 
grund schmücken, wobei er in dem unter seiner Aufsicht ver- 
fassten Berichtf") bemerkt, auch er selbst habe in der Schule 
malen gelernt und sich nachher bei dem Unternehmen per- 
4. sönlich betheiligcn können.  In der grossen Abtei Clugny, 
welche wie in andern Dingen so auch in der Kunst unzäh- 
ligen Benedictinerklöstern als Vorbild diente, War bis vor 
kurzem (oder ist noch jetzt) das kolossale Bild der Chor- 
nische  eine Verbindung von Malerei, Mosaik und vergol- 
deten Erzverzierungen, wahrscheinlich aus dem XII. Jahr- 
hundert  vorhanden, welches den Erlöser zwischen den 
Zeichen der Evangelisten und vielen Heiligen und Engeln 
darstellte; im Refectorium desselben Klosters sah man dessen 
Stifter und viele biblische Geschichten sammt dem jüngsten 
Gericht abgebildet. Im Kloster Grammont war im XII. J ahr- 
hundert nicht nur der Kreuzgang, sondern selbst das Kran- 
kenhaus mit Gemälden verziert. Ebendamals liess Bischof 
Wilhelm von Mans eine Kapelle ausmalen, deren Gestalten 
„zu leben schienen und Auge und Sinn des Bcschauers hin- 
rissen". Mochte auch bei den strengen Cisterciensern eine 
scharfe Reaction gegen diese kirchliche Pracht hervortreten 
 wie wenig sie im Grossen gewirkt hat, lehrt die glanz- 
5. volle Kunst des XIII. Jahrhunderts hinlänglich.  Höchst 
merkwürdige Malereien, welche in die Zeit von 1023 bis 
4) Sugerii Ziber de relms in admfnistratione sua gestis, im 4. 
Bd. von Duchesne: scriptores, und (ohne Zwveifel besser) bei Bouquct, 
scriptores, Bd. 12, eine der wicht1gsten Urkunden über die Kunst des 
X11. Jahrhunderts.
        

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