Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1160884
Wandmalerei. 
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ä. 48. Auch aus dieser Periode sind uns nur wenige 1. 
sichere Wandmalereien erhalten, so dass wir nicht genauer 
angeben können, wie weit neben dem romanischen Style in 
der monumentalen Kunst zur Zeit der fränkischen Kaiser 
etwa auch ein byzantisirender sich geltend machte. Die im 
XII. Jahrhundert beginnende Glanzepoche der mittelalter- 
lichen Baukunst hat die Zerstörung und den Neubau einer 
Menge von Kirchen veranlasst, welche meist kaum hundert 
bis zweihundert Jahre alt und noch völlig brauchbar, ja 
prachtvoll waren, dem Sinne jener kirchlich begeisterten Zeit 
aber lange nicht mehr genügten;  und mit diesen Gebäu- 
den ging auch der Schmuck ihrer Wände verloren. Indess 
ist das Wenige, was sich erhalten hat, durchaus eher dem 
romanischen strengen Style gemäss, als dem jener Münchner 
und Bamberger Handschriften. Dass noch im XI. Jahrhuil- 2. 
dert grosses Gewicht auf die kirchlichen Gemälde gelegt 
wurde, beweist z. B. der Synodalbeschluss von Arras im 
Jahre 1025, welcher die Ansicht ausspricht: „was die Unge- 
lehrten nicht durch Lesung der heil. Schriften sich aneignen 
könnten, das erblickten sie in den Gestalten der Gemälde" 
Hie und da mochte man letztere durch gestickte oder ge- 
wirkte Wandteppiche ersetzen, zumal wo es sich etwa um 
baldigen Umbau oder Neubau und desshalb um eine womög- 
lich übertragbare Decoration handelte; nicht selten wird bloss 
eine Bemalung der Decke und der Chornische erwähnt und 
sogar in Betreff der Wände ausdrücklich beigefügt, sie seien 
weiss geblieben  und in diesen Fällen sind wohl durch- 
gängig Wandteppiche vorauszusetzen;  allein im Ganzen 
überwog gewiss noch die Bemalung der Wände, obschon 
man im einzelnen Fall nicht immer wissen kann, 0b dieselbe 
Wirklich Figuren und nicht ebenfalls Teppiche mit blossen 
Ornamenten vorstellte. Damals erhielt der Dom von Auxerre 3. 
einen neuen prachtvollen Bilderschmuck; Richard, Abt von 
St. Venne, liess am Eingange seines Klosters seine Begeg- 
nung mit Kaiser Heinrich IV. malen; die alte Metropole 
Rheims war der NVQhnsitz der als Maler berühmten Mönche 
Kugle: Malerei
        

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