Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1160834
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Buch II. 
Mittelalter. 
Der Norden. 
Byz ant. Einüuss. 
nern Rande, ausserhalb Lila, welches nach oben in Rosa 
nach unten in Grün übergeht. Vor jedem einzelnen Evan- 
gelium befindet sich Sodann, wie gewöhnlich in den Evan- 
geliarien der Zeit, das Bild des entsprechenden Evangelisten, 
welcher an seinem Sehreibpult 'sitzt. Jede dieser Figuren 
wird von zwei Säulen eingefasst, die einen horizontalen Strei- 
fen mit erklärender Inschrift und darüber einen flachen B0- 
gen tragen; in letzterin sieht man jedesnial das dem einzel- 
nen Evangelisten zugehörige Symbol und daneben eine Ge- 
stalt, die auf Christi Opfertod hindeutet. Auch hier fehlt es 
nicht an sinnreiehen Beziehungen. Während z. B. neben dem 
Löwen des lNIarcus Christus dargestellt ist ,l, welcher mit dem 
Kreuz aus dem Grabe aufersteht, erhebt auf dem untern 
Raume des Bildes der Evangelist selbst. Hände und Haupt 
in der Bewegung des Staunens, welche die Inschrift mit fel- 
genden Versen erklärt: 
Eece leo fortis transit discrimina mortis: 
Fortia facta, stupet Marcus qui nuntia defert. 
Lucas dagegen, über dem ein sterbendes Lamm dargestellt 
ist, blickt vor sich nieder und senkt die Rolle, auf der er zu 
4. schreiben im Begriff War.  In den Bildern anderer Hand- 
schriften findet man zuweilen eine grössere Fülle historischer 
Darstellungen (Begebenheiten der heiligen Geschichte), bei 
denen freilich, da hier die Bedeutung nicht ausserhalb der 
Form der Darstellung liegt, die mangelhafte Zeichnung das 
Auge ungleich empfindlicher berührt als bei jenen. Minia- 
turen, deren Styl mehr oder Weniger dem der eben beschrie-A 
benen entspricht, finden sich: in dem Evangeliarium des Klo- 
sters Echternach m) (jetzt in der herzogl. Bibliothek zu Gotha), 
einem Prachtgeschenk Ottds II. und Theophaniens, worin 
der Gegensatz einer rein einheimischen und einer von by- 
5- zantinischer Kunst inüuirten Hand deutlich hervortritt; in 
einem Evangelienbuch der Trierer Dombibliothek (Kessel- 
städtsches Vermächtniss), wo die Figuren roh und starr, die 
L 
ü) S. Rathgeber, Beschreiblmg 
Section der neuern Kunst, S. 6-20. 
des herzogl. 
zu Gotha, 
Museums
        

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